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Kein Besuch in Sotschi: EU-Kommissarin schließt sich Gaucks Olympia-Boykott an

EU-Vize-Präsidentin Reding: "Ich werde sicherlich nicht nach Sotschi reisen" Zur Großansicht
DPA

EU-Vize-Präsidentin Reding: "Ich werde sicherlich nicht nach Sotschi reisen"

Mit seiner Absage an die Olympischen Winterspiele in Russland setzte Bundespräsident Gauck ein Zeichen. Jetzt schließt sich EU-Justizkommissarin Viviane Reding an: Sie werde da "sicherlich nicht" hinfahren, "solange Minderheiten so behandelt werden", twitterte Reding.

Luxemburg - Auch die Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, will ein Zeichen gegen die Unterdrückung von Minderheiten und der Opposition in Russland setzen: Sie will die Olympischen Winterspiele in Sotschi nicht besuchen. Damit schließt die EU-Kommissarin sich dem Protest des Bundespräsidenten an. Am Sonntag meldete der SPIEGEL, Joachim Gauck werde im Februar nicht nach Sotschi fahren.

Anders als das deutsche Staatsoberhaupt begründete Reding ihre Entscheidung öffentlich. "Ich werde sicherlich nicht nach Sotschi reisen, solange Minderheiten weiter so von der russischen Regierung behandelt werden", schrieb die Kommissarin für das Ressort Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft beim Kurznachrichtendienst Twitter. Russlands Regierung um Präsident Wladimir Putin steht unter anderem wegen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes und der andauernden Unterdrückung der Opposition international in der Kritik.

Gaucks Sprecherin hatte die Meldung des SPIEGEL am Sonntag bestätigt, betonte jedoch, die Absage sei nicht als Boykott zu verstehen. An den Spekulationen über die Gründe für diese Entscheidung wollte sie sich nicht beteiligen.

Unmut in Moskau

Russland hatte Gauck am Montag mit demonstrativer Nichtachtung gestraft. Doch der Unmut in Moskau war gewaltig: Der Bundespräsident habe viele Möglichkeiten, seine Meinung mitzuteilen, er solle aber nicht ausgerechnet Olympia für Kritik instrumentalisieren. Russland habe sich seit Jahren auf die Winterspiele gefreut, mahnte etwa Robert Schlegel, Duma-Abgeordneter der Kreml-Partei "Einiges Russland". Gaucks Aktion sei "persönlich nachvollziehbar, aber politisch dumm".

Der Bundespräsident hat Russland seit seinem Amtsantritt im März 2012 noch keinen offiziellen Besuch abgestattet; mehrmals kritisierte er rechtsstaatliche Defizite sowie eine Behinderung kritischer Medien in dem Land. Ein für Juni 2012 geplantes Treffen mit Gauck ließ Präsident Wladimir Putin platzen, angeblich aus Termingründen.

vek/SID/AFP

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Fläche: 17.098.200 km²

Bevölkerung: 143,972 Mio.

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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