Palästinensergebiete EU-Parlament fordert Stopp von Israels Siedlungspolitik

Das EU-Parlament hat die Siedlungspolitik Israels in den Palästinensergebieten scharf kritisiert. Eine Mehrheit der Abgeordneten forderte einen sofortigen Baustopp.

Israelische Siedlung im Westjordanland
DPA

Israelische Siedlung im Westjordanland


Das Europaparlament hat Israel aufgefordert, beschlossene Siedlungsprojekte "unverzüglich zu stoppen und rückgängig zu machen".

Diese Siedlungen seien nach dem Völkerrecht illegal und erschwerten den Friedensprozess, erklärte das Parlament am Donnerstag in Straßburg in einer Entschließung. Zugleich bekräftigte die EU-Volksvertretung ihre Forderung nach einer Zweistaatenlösung.

Der kürzlich gefasste Beschluss, eine neue Siedlung tief im Inneren des Westjordanlandes zu gründen und dafür Ausschreibungen für nahezu 2000 Wohneinheiten zu veröffentlichen, verschlechtere die "Aussichten auf eine tragfähige Zweistaatenlösung", heißt es in der Resolution weiter.

Das Gleiche gelte für das Anfang Februar von der Knesset verabschiedete "Regulierungsgesetz". Dieses Gesetz ermöglicht die nachträgliche Legalisierung von Siedlungen, die auf palästinensischem Land errichtet wurden - ohne Zustimmung der rechtmäßigen Privateigentümer.

Eine Zweistaatenlösung mit Jerusalem als Hauptstadt beider Länder sei der einzige Weg zu einer dauerhaften friedlichen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts, betonte das Parlament. Dazu müsse die Schaffung eines "unabhängigen, demokratischen, zusammenhängenden und lebensfähigen palästinensischen Staates" ermöglicht werden. Dies sei auch die Voraussetzung für Sicherheit in Israel.

als/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.