Energiepolitik: EU-Staaten wollen Subventionen für Atomstrom

Deutschland will raus aus der Atomenergie - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien setzen völlig andere Akzente. Die vier Länder dringen laut "Süddeutscher Zeitung" auf einen Ausbau der Nukleartechnik. Brüssel solle die Atomkraft subventionsfähig machen, so wie Wind- und Solarenergie.

Französisches Atomkraftwerk Cattenom: Vier EU-Staaten machen sich für Kernenergie stark Zur Großansicht
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Französisches Atomkraftwerk Cattenom: Vier EU-Staaten machen sich für Kernenergie stark

Brüssel - Atomkraft, nein danke? Von wegen - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien wollen eine Förderung des Ausbaus der Kernenergie durch die Europäische Union durchsetzen. Die vier EU-Staaten streben eine Förderung der Atomtechnik vergleichbar mit der Förderung erneuerbarer Energien wie der Wind- und Solartechnik an, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Schreiben der vier Länder in Vorbereitung auf ein Treffen der europäischen Wirtschafts- und Energieminister Ende kommender Woche. Eine Förderung müsse "technologieneutral" erfolgen, heißt es demnach.

Dem Bericht zufolge könnte künftig sowohl der Bau von Atomkraftwerken als auch der Verkauf von Atomstrom selbst gefördert werden.

In Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien werden neue Atomkraftwerke geplant oder gebaut - dem Bericht zufolge will allein die Regierung in London vier neue Reaktoren bauen. Bisher hat sich aber kein Unternehmen zu Investitionen bereit erklärt. London will jetzt den nationalen Energiemarkt reformieren und laut dem Bericht Einspeisetarife für Atomstrom einführen. Dafür sei aber die Genehmigung der Brüsseler Wettbewerbshüter nötig.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte der Zeitung, er sei "bereit, verschiedene Optionen zu diskutieren". Er werde sich die Position der einzelnen Mitgliedstaaten und des Europäischen Rates anhören und zudem bis Juni noch weitere Vorschläge vorlegen, unter anderem zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

Innerhalb der Bundesregierung, die den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat, gibt es demnach noch keinen Konsens darüber, ob für oder gegen die Gleichbehandlung von erneuerbarer und nuklearer Energie auf EU-Ebene gestimmt werden soll. Dies sei "intern noch nicht abgestimmt", zitiert die Zeitung Regierungskreise.

hen/AFP

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1.
dmenge 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDeutschland will raus aus der Atomenergie - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien setzen völlig andere Akzente. Die vier Länder dringen laut "Süddeutscher Zeitung" auf einen Ausbau der Nukleartechnik. Brüssel solle die Atomkraft subventionsfähig machen, so wie Wind- und Solarenergie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827295,00.html
Wenigstens gibt es noch Menschen in Europa die nicht nur blind einem idealistischem Aktionismus folgen. Daumen hoch!
2.
no-panic 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDeutschland will raus aus der Atomenergie - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien setzen völlig andere Akzente. Die vier Länder dringen laut "Süddeutscher Zeitung" auf einen Ausbau der Nukleartechnik. Brüssel solle die Atomkraft subventionsfähig machen, so wie Wind- und Solarenergie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827295,00.html
EE Förderungen sind Investitionen in die Zukunft, AK Förderungen sind Investitionen in zukünftigen Müll, dessen Entsorgung dann wieder subventioniert werden muss.
3.
Mr Bounz 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDeutschland will raus aus der Atomenergie - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien setzen völlig andere Akzente. Die vier Länder dringen laut "Süddeutscher Zeitung" auf einen Ausbau der Nukleartechnik. Brüssel solle die Atomkraft subventionsfähig machen, so wie Wind- und Solarenergie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827295,00.html
Die Atom Lobby hat immer noch zu viel Geld. Da werden nicht nur kleine Länder gekauft, jetzt wollen Sie die ganze EU kapern. Die Zeiten müssen vorbei sein, sonst fordere ich Subventionen für meine Dampflock, oder für Kohlestrom, oder wie wäre es mit der Subventionierung von Umweltverschmutzung. Pro Tonne dreck gibt es eine Summe X, könnte man nach Schädlichkeit (z.B. Schwermetalle) auch noch Staffeln.
4. sehr schön - ich hoffe, deutsche Energieriesen beteiligen sich kräftig,
labudaw 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDeutschland will raus aus der Atomenergie - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien setzen völlig andere Akzente. Die vier Länder dringen laut "Süddeutscher Zeitung" auf einen Ausbau der Nukleartechnik. Brüssel solle die Atomkraft subventionsfähig machen, so wie Wind- und Solarenergie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827295,00.html
damit wir wenigstens etwas von unseren Steuergeldern haben.
5.
bleifuß 13.04.2012
Zitat von sysopREUTERSDeutschland will raus aus der Atomenergie - Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien setzen völlig andere Akzente. Die vier Länder dringen laut "Süddeutscher Zeitung" auf einen Ausbau der Nukleartechnik. Brüssel solle die Atomkraft subventionsfähig machen, so wie Wind- und Solarenergie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827295,00.html
Seit wann "will" Deutschland den austreten? Wer ist Deutschland? Die Reaktion war doch wohl klar, nachdem man Deutschland mal wieder beschuldigt hat, in anderen Ländern für schlechte Stimmung zu sorgen.
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Kernreaktoren
Thermischer Reaktor
DPA
In einem Kernreaktor kommt die Kettenreaktion durch Neutronen zustande, die bei der Kernspaltung entstehen und ihrerseits weitere Urankerne spalten. Dazu müssen sie allerdings abgebremst werden. Dazu ist ein sogenannter Moderator notwendig, bei dem es sich in den meisten thermischen Reaktoren um gewöhnliches Wasser handelt, manchmal auch um sogenanntes schweres Wasser oder Grafit.
Brutreaktor
In Brutreaktoren wird ein Gemisch von Uran- und Plutoniumoxid, der sogenannte Mox-Brennstoff, verwendet. Natürliches Uranerz besteht nur zu 0,7 Prozent aus dem spaltbaren Isotop Uran-235, den Rest macht das nicht spaltbaren Uran-238 aus. In einem Brutreaktor wird aber Uran-238 zu Plutonium-239 umgewandelt. In Wiederaufbereitungsanlagen kann das Plutonium abgetrennt und dann als Kernbrennstoff wiederverwendet werden. Auf diese Weise gewinnen Brutreaktoren aus dem vorhandenen Uran in etwa 30 Mal mehr Energie als Leichtwasserreaktoren.

Zur Kernspaltung werden nicht abgebremste, sondern schnelle Neutronen verwendet, weshalb auch vom "schnellen Reaktor" die Rede ist. Da sie allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit neue Kernspaltungen auslösen, muss das Spaltmaterial im Vergleich zum thermischen Reaktor höher konzentriert werden - was wiederum dazu führt, dass es im Inneren von Brutreaktoren heißer wird als etwa in Leichtwasserreaktoren. Deshalb wird als Kühlmittel auch nicht Wasser, sondern in der Regel flüssiges Natrium verwendet.

Dies führt gemeinsam mit der enorm hohen Giftigkeit von Plutonium zu großen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Brutreaktoren. Hinzu kommt das zusätzliche Risiko der Transporte von strahlendem Material zwischen den Schnellen Brütern, Aufbereitungsanlagen und thermischen Reaktoren.
Uran und Plutonium in Atomwaffen
DPA
Bei einer Uranbombe, wie sie die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima gezündet haben, reichte es bereits, eine Halbkugel des spaltbaren Materials auf einen Dorn zu schießen, die zusammen die kritische Masse für eine Atomexplosion erreichten. Mit Plutonium aber funktioniert dieses sogenannte Kanonenprinzip nicht.

Terroristen müssten stattdessen zum technisch weit anspruchsvolleren Implosionsprinzip greifen: Um eine Kugel aus spaltbarem Material sind mehrere Schichten Sprengstoff angeordnet. Die Explosionsenergie komprimiert das Plutonium so stark, dass die erforderliche Dichte erreicht und die Kettenreaktion eingeleitet wird.

Ob Plutoniumdioxid aus einem Kernreaktor für eine solche Bombe geeignet wäre, hängt von mehreren Faktoren ab. "Für die Qualität für die Waffennutzung ist es zum Beispiel wichtig, wie lange der Brennstoff im Reaktor war", sagt der deutsche Atomexperte Egbert Kankeleit. Im Grunde müssten die Terroristen in der Lage sein, das Pulver in Plutoniummetall umzuwandeln. "Wer die entsprechenden chemischen Kenntnisse hat, kann das schaffen." Die größere technische Hürde sieht Kankeleit in der Konstruktion einer Implosionsbombe. "Aber wenn man Hilfe von der richtigen Seite bekommt, etwa aus Pakistan, wäre auch das kein Problem.