Proteste gegen Janukowitsch: Brüssel stoppt Arbeit an Abkommen mit Ukraine

Proteste in Kiew: 200.000 Regierungsgegner auf dem Unabhängigkeitsplatz Zur Großansicht
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Proteste in Kiew: 200.000 Regierungsgegner auf dem Unabhängigkeitsplatz

Die EU-Kommission verliert die Geduld mit der ukrainischen Regierung. Die Arbeit an dem geplanten Partnerschaftsabkommen mit dem Land sei vorerst gestoppt, teilte der zuständige Kommissar mit. In Kiew demonstrieren erneut Tausende gegen Regierungschef Janukowitsch.

Brüssel - Die EU-Kommission setzt die Arbeiten an dem Partnerschaftsabkommen mit der Ukraine aus. Es gebe von Staatschef Wiktor Janukowitsch kein "klares Bekenntnis" dazu, den Vertrag unterschreiben zu wollen, schrieb EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle am Sonntag bei Twitter zur Begründung. Aus Kiew sei diesbezüglich "keine Antwort" eingegangen.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew versammelten sich am Sonntag erneut zahlreiche Gegner Janukowitschs und seiner Regierung zu einem Massenprotest. Nach Schätzung der Nachrichtenagentur AFP kamen bis zum Mittag mindestens 200.000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum zusammen. Auch Unterstützer Janukowitschs wollten demonstrieren.

Am Samstag hatten Zehntausende Menschen in Kiew für und gegen die ukrainische Regierung demonstriert. Die Massenproteste hatten begonnen, nachdem Janukowitsch Ende November das mit der EU ausgehandelte Assoziierungsabkommen offenbar auf Druck Russlands kurz vor der geplanten Unterzeichnung auf Eis gelegt hatte. Seither gab es weitere Verhandlungen.

cte/AFP/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Na dann ist doch alles gut.
umuc 15.12.2013
Und bevor sie ihre Arbeit wieder erneut aufnehmen-irgendwann-wäre es sinnvoll, mal die Völker in der EU zu fragen, ob sie überhaupt wollen, dass die Ukrainer zur EU dazu stoßen!!! Es bleibt dabei: die Ukraine brauchen wir in dieser dämlichen EU so wenig wie den Euro!
2. Gut so
suzie_q 15.12.2013
bevor man sich die nächsten korrupten Staaten in die EU reinholt, sollte man sich erst mal mit Ländern wie Rumänien kümmern. Hier ist inzwischen die Bestechung von Politikern legal (kein Scherz). In dieses Land sind seit dem Beitritt über 10 Mrd. € EU-Geld geflossen. Und es wir weiter fließen ...
3. Ukraine und EU
schnubbi79 15.12.2013
Zitat von umucUnd bevor sie ihre Arbeit wieder erneut aufnehmen-irgendwann-wäre es sinnvoll, mal die Völker in der EU zu fragen, ob sie überhaupt wollen, dass die Ukrainer zur EU dazu stoßen!!! Es bleibt dabei: die Ukraine brauchen wir in dieser dämlichen EU so wenig wie den Euro!
Eine Partnerschaft ist keine Mitgliedschaft. Solche Partnerschaften verfolgen vor allem wirtschaftliche und geostrategische Interessen. Die Ukraine steht zwischen Russland und EU. Soll die Ukraine sich eher mit der EU assoziieren, mit Russland, oder soll sie versuchen neutral zu bleiben? Das ist ein wesentlicher Teil der Konflikte in der Ukraine seit der orangenen Revolution. Es hilft natuerlich nicht, dass die Ukraine in sich gespalten ist: der westliche Teil ist europaeisch/polnisch, der Osten eher russisch gepraegt. Aber ich nehme an, Sie haben das alles gegeneinander abgewogen und durchdacht, um zur Ihrer klaren Haltung zu gelangen.
4.
ratte321 15.12.2013
Hier geht es um ein Handelsabkommen nicht um einen EU Beitritt! Bevor die Ukraine in EU kommt, muß sie die extrem massive Korruption und Oligarchie im Land ausschalten. Aber die Ukraine ist leider eine Geisel der Russen und der Unfähigkeit einer jungen Nation, die es nicht zu schätzen weiß ein eigenes Land zu besitzen! Eine Französische Nation hätte schon längst einen landesweiten Generalstreik eingelegt.
5. Dann passt das ja
ex-optimist 15.12.2013
Zitat von suzie_q... sollte man sich erst mal mit Ländern wie Rumänien kümmern. Hier ist inzwischen die Bestechung von Politikern legal (kein Scherz).
In Deutschland ist angeblich Parlamentarismus ohne auch nicht möglich. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bestechung-von-abgeordneten-einfach-nur-noch-peinlich-1.1838887
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