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Euro-Austritt Griechenlands "Barroso muss seine Kommissare zur Ordnung rufen"

Manfred Weber: "Verantwortungsloses Schwadronieren"Zur Großansicht
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Manfred Weber: "Verantwortungsloses Schwadronieren"

Ein Euro-Austritt Griechenlands sei "kein Weltuntergang", sagt die Vizepräsidentin der EU-Kommission. Doch CSU-Mann Manfred Weber, Vizefraktionschef der Konservativen im Europaparlament, warnt: Ein solcher Schritt sei mit enormen Risiken verbunden.

SPIEGEL ONLINE: Die Vize-Präsidentin der EU-Kommission, Neelie Kroes, wagt als erste Kommissionsvertreterin den Tabu-Bruch und bringt einen Euro-Austritt Griechenlands ins Gespräch. Sie sagte der niederländischen Tageszeitung „De Volkskrant“: „Es ist absolut kein Weltuntergang, wenn jemand aus der Euro-Zone aussteigt.“ Hat die holländische Kommissarin Recht?

Weber: Es ist zwar verständlich, dass manchem der Geduldsfaden langsam reißt. Aber offenbar sind die Nerven der Kommissarin mit der Situation etwas überfordert. Jedem muss klar sein, dass eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausstieg aus dem Euro mit immensen Risiken verbunden sind: Die Bankenwelt würde erschüttert, ein Domino-Effekt ist nicht auszuschließen. Die Finanzwirtschaft rund um den Globus könnte erfasst werden. Andere EU-Staaten, die sich gerade erholen, würden wieder in den Fokus der Spekulanten geraten. Es ist verantwortungslos, dass die Vizepräsidentin der Kommission so durch die Medien schwadroniert.

SPIEGEL ONLINE: Sie ist aber nicht die einzige. Auch die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki sagte, der Austritt ihres Landes aus der Währungsunion sei zu „einer echten Alternative geworden, die offen geprüft wird“.

Weber: Viele Bürger sind wegen der Dauer-Kakofonie verunsichert. Sie haben diese sich wiederholenden Prozesse aus Provozieren, Beschwichtigen und Schönreden satt und zwar zu Recht. Ich erwarte von Kommissionspräsident Barroso, dass er seine Kommissare zur Ordnung ruft.

SPIEGEL ONLINE: Aber auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagt, es könne kein Hilfsprogramm geben, wenn man in ein „Fass ohne Boden“ einzahle.

Weber: Natürlich kann nur derjenige Hilfe erhalten, der sich anstrengt. Deshalb braucht es von allen griechischen Parteien ein eindeutiges Signal zur Unterstützung der Sparauflagen. Es ist Aufgabe der Kommission, die Zusammenhänge zu erklären, statt für neue Unruhe zu sorgen. Deutschland hat das höchste Interesse an der Stabilität auf den Finanzmärkten. Natürlich übernehmen die Geberländer, allen voran Deutschland, Risiken, aber wir tun das, damit die gute wirtschaftliche Phase in Deutschland weitergeht.

SPIEGEL ONLINE: Hat nicht die europäische Krisenpolitik, getrieben von Berlin, zu sehr auf Sparen gesetzt und damit die griechische Wirtschaft abgewürgt?

Weber: Im Nachhinein werden alle alles besser wissen. In der Krise aber muss vor allem gehandelt werden. Die Kanzlerin macht im Sinne Deutschlands und Europas einen Top-Job. Ich bin mir sicher, dass sich ihr Stabilitätskurs auch langfristig durchsetzen und bewähren wird.

SPIEGEL ONLINE: Wir sind da skeptischer. Spanien und Italien sind längst nicht aus der Gefahrenzone, auch Portugal musste jüngst hohe Risikoprämien zahlen und kann seine Schulden nicht mehr tragen.

Weber: Leider wird zu viel über immer neue Probleme und zu wenig über Erfolge gesprochen. Beispielsweise ist Irland auf einem guten Weg. Es hat Hilfe erhalten, harte Reformen durchgeführt und so seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Der neue Weg Europas braucht Zeit, aber er ist der richtige. Schnelle und einfache Lösungen sind meistens nicht nachhaltig erfolgreich. Die finanziell soliden Staaten haben nicht durch Zufall das höchste Wachstum. Der erste Schritt ist Haushaltskonsolidierung. Aber Sie haben Recht: Europa darf nicht nur der strafende Sparkommissar sein. Europa muss jetzt auch für Wachstum sorgen, für eine Phase der Hoffnung und des Aufschwungs. Das ist der zweite Schritt. Europa muss raus aus der Ecke des reinen Sparens, wir müssen über die Zukunft sprechen.

SPIEGEL ONLINE: Was schlagen Sie vor?

Weber: Verkrustete Strukturen müssen aufgebrochen, Monopole und der Arbeitsmarkt dereguliert und die Sozialsysteme modernisiert werden. Jedes Land ist selbst gefragt. Wenn ein Regierungschef das zu Hause nicht anpackt, dann braucht er sich in Brüssel nicht über die ausbleibenden Erfolge beschweren. Eine ganz Reihe von Richtlinien, die den europäischen Binnenmarkt verbessern und Handelsschranken abbauen, sind national noch nicht umgesetzt.

SPIEGEL ONLINE: Auch gegen Deutschland laufen Vertragsverletzungsverfahren.

Weber: In dem Punkt ist Deutschland nicht der Musterschüler, als der es sich gerne sieht.

Das Interview führte Christoph Schult

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insgesamt 16 Beiträge
doc 123 08.02.2012
Wenn man die deutschen Vertreter bei dieser EU so hört oder liest, fragt man sich doch wohl allenfalls, leben die auf dem gleichen Planeten wie unsereins? Die einzige Erklärung für deren abstruses Gerede kann ja allenfalls [...]
Zitat von sysopEin Euro-Austritt Griechenlands sei "kein Weltuntergang", sagt die Vize-Präsidentin der EU-Kommission. Doch CSU-Mann Manfred Weber, Vizefraktionschef der EVP im Europaparlament, warnt: Ein solcher Schritt sei mit enormen Risiken verbunden. Euro-Austritt Griechenlands: "Barroso muss seine Kommissare zur Ordnung rufen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814146,00.html)
Wenn man die deutschen Vertreter bei dieser EU so hört oder liest, fragt man sich doch wohl allenfalls, leben die auf dem gleichen Planeten wie unsereins? Die einzige Erklärung für deren abstruses Gerede kann ja allenfalls noch sein, dass die vermutlich ernsthaft um ihren Job bangen müssten. Das aller-schlimmste Beispiel ist jedoch Herr Schulz, der deutsche EU-Parlamentspräsident, auch noch der höchste Repräsentant! Wenn man den jedenfalls reden hört, weiß man aller-spätestens, wieso diese vollständig abstruse Organisation eigentlich auf der Stelle abgeschafft gehörte, da es noch viel ignoranter letztlich gar nicht mehr geht!
CompressorBoy 08.02.2012
Dieses Phrasengedresche des Polit-Schwadroneurs Weber kann den Aussagen von Frau Kroes ganz sicher nicht den Wind aus den Segeln nehmen.
Zitat von sysopEin Euro-Austritt Griechenlands sei "kein Weltuntergang", sagt die Vize-Präsidentin der EU-Kommission. Doch CSU-Mann Manfred Weber, Vizefraktionschef der EVP im Europaparlament, warnt: Ein solcher Schritt sei mit enormen Risiken verbunden. Euro-Austritt Griechenlands: "Barroso muss seine Kommissare zur Ordnung rufen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814146,00.html)
Dieses Phrasengedresche des Polit-Schwadroneurs Weber kann den Aussagen von Frau Kroes ganz sicher nicht den Wind aus den Segeln nehmen.
Oberrat Brack 08.02.2012
Er redet ja nicht für sich. "Jedem muss klar sein, dass eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausstieg aus dem Euro mit immensen Risiken verbunden sind: Die Bankenwelt würde erschüttert, ein Domino-Effekt ist nicht [...]
Zitat von CompressorBoyDieses Phrasengedresche des Polit-Schwadroneurs Weber kann den Aussagen von Frau Kroes ganz sicher nicht den Wind aus den Segeln nehmen.
Er redet ja nicht für sich. "Jedem muss klar sein, dass eine Staatspleite Griechenlands und ein Ausstieg aus dem Euro mit immensen Risiken verbunden sind: Die Bankenwelt würde erschüttert, ein Domino-Effekt ist nicht auszuschließen. Die Finanzwirtschaft rund um den Globus könnte erfasst werden." Was denn für "immense Risiken" in Gegensatz zu.....? Und die Bankenwelt kann mich mal! Ich werde von der nicht so bezahlt wie Herr Weber. Laßt doch endlich die Banken fallieren, dann ist Schluß!
recardo 08.02.2012
Diese ganze EU ist zu einem Fass ohne Boden geworden. Warum sind wir dem Verein noch mal beigetreten? Also ich war nicht dabei. Braucht das ding überhaupt jemand? Niemand will es; demokratisch wäre es nie entstanden und wir [...]
Zitat von sysopEin Euro-Austritt Griechenlands sei "kein Weltuntergang", sagt die Vize-Präsidentin der EU-Kommission. Doch CSU-Mann Manfred Weber, Vizefraktionschef der EVP im Europaparlament, warnt: Ein solcher Schritt sei mit enormen Risiken verbunden. Euro-Austritt Griechenlands: "Barroso muss seine Kommissare zur Ordnung rufen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814146,00.html)
Diese ganze EU ist zu einem Fass ohne Boden geworden. Warum sind wir dem Verein noch mal beigetreten? Also ich war nicht dabei. Braucht das ding überhaupt jemand? Niemand will es; demokratisch wäre es nie entstanden und wir hätten auch keine Probleme mit diesem raubenden Ding. Demokratisch kann die EÚ nie werden, weil es ihre Existenz bedroht. Die EU kann nur überleben, wenn sie zu einer richtigen Diktatur wird und so 50 Jahre eisern herrscht. Wenn das Volk genug geknechtet wurde, dann ist es vielleicht möglich, dass man das Ding "liebt", vielleicht aber auch nicht. Es war wohl alles überflüssig und es bleibt alles undemokratisch in der EU. Demokratie vertsägt die europäische Elite nicht mehr.
JohnBlank 08.02.2012
Man muss bei all diesen Kommentaren heute sich überlegen, was für Interessen jeder einzelne hat. Politiker wie Manfred Weber wollen alleine schon eine Pleite verhindern, weil es für sie selbst richtig schlecht sonst [...]
Zitat von sysopEin Euro-Austritt Griechenlands sei "kein Weltuntergang", sagt die Vize-Präsidentin der EU-Kommission. Doch CSU-Mann Manfred Weber, Vizefraktionschef der EVP im Europaparlament, warnt: Ein solcher Schritt sei mit enormen Risiken verbunden. Euro-Austritt Griechenlands: "Barroso muss seine Kommissare zur Ordnung rufen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814146,00.html)
Man muss bei all diesen Kommentaren heute sich überlegen, was für Interessen jeder einzelne hat. Politiker wie Manfred Weber wollen alleine schon eine Pleite verhindern, weil es für sie selbst richtig schlecht sonst aussieht. Die wollen nicht vor den Bürgern als die "Dummen" dastehen, wenn GR insolvent ist. Alleine deswegen wünschen die sich keine Insolvenz. Zu dem hören die Politiker aller Parteien den Bänkern noch immer, nach 2008, gerne zu. Und die Bänker wollen wiederrum kaum Geld verlieren, also darf Griechenland nicht Pleite gehen. Politik und Bänker gehen Hand in Hand!
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,359 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Loukas Papademos

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