Frankfurt/Kairo - Ägypten riskiert die Hilfsgelder der Europäischen Union. "Wenn Mursi den Weg in die Diktatur wählt, wird weniger Geld fließen. Das müssen wir ihm jetzt deutlich machen", sagte Elmar Brok, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, der "Frankfurter Rundschau".
Brok will weitere Zahlungen an Ägypten davon abhängig machen, ob Präsident Mohammed Mursi an seiner Verfassungsänderung festhält. Die Dekrete geben Mursi mehr Macht und schalten unter anderem die Justiz aus.
Die EU habe Ägypten nach dem Arabischen Frühling umfangreiche zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, um Wirtschaft, Infrastruktur und den Aufbau staatlicher Institutionen zu fördern. Brüssel hat Ägypten insgesamt Hilfzahlungen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt. Am Montag hatte die EU zudem beschlossen, der ägyptischen Regierung das in Europa eingefrorene Vermögen des Ex-Diktators Husni Mubarak zurückzugeben.
Auch die Proteste gegen den autoritären Führungsstil des islamistischen Staatschefs gehen weiter. Zahlreiche Richter erschienen aus Protest gegen die Entmachtung der Justiz am Dienstag zum dritten Mal in Folge nicht zur Arbeit. Liberale und linke Gruppen haben zu Demonstrationen aufgerufen. Islamisten sagten ihre Kundgebungen hingegen ab, um gewaltsame Zusammenstöße zwischen den beiden politischen Lagern zu vermeiden.
Schon vor den geplanten Demonstrationen lieferten sich Jugendliche und die Polizei in Kairo Straßenschlachten. Die Polizei schoss mit Tränengas auf die Menge. Die Proteste gegen Mursi dauern seit einer Woche an, seitdem hat die Polizei 348 Demonstranten festgenommen. 109 sind nach Polizeiangaben in Untersuchungshaft.
lat/dpa/dapd
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