Juncker-Stellvertreter Timmermans will EU-Kommissionschef werden

Im Dezember bestimmen die Sozialdemokraten ihren Spitzenkandidaten für die Europawahl. Dann tritt auch Frans Timmermans an. Bisher hat der Niederländer nur einen Konkurrenten.

Frans Timmermans
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Frans Timmermans


Im Jahr 2019 kämpft der CSU-Politiker Manfred Weber um das höchstmögliche Amt in der EU. Dann nämlich möchte er bei der Europawahl als Spitzenkandidat für die konservative Europäische Volkspartei (EVP) antreten und den Posten des EU-Kommissionschefs übernehmen. Nun ist ein weiterer möglicher Gegenspieler Webers bekannt: Der Niederländer Frans Timmermans kandidiert für den Spitzenposten der Sozialdemokraten.

Zunächst aber macht Timmermans mit seiner Bewerbung dem Slowaken Maros Sefcovic Konkurrenz, dem bisher einzigen anderen Bewerber der Sozialdemokraten. Eine Entscheidung fällt beim Partei-Kongress im Dezember. Timmermans, der derzeit hinter Jean-Claude Juncker erster Vize-Chef der EU-Kommission ist, hat offenbar auch die Unterstützung von SPD-Chefin Andrea Nahles sicher. Das gehe laut der Nachrichtenagentur dpa aus einem Schreiben hervor.

Auch Weber muss sich zunächst noch parteiintern durchsetzen. Neben ihm kandidiert noch der Finne Alexander Stubb als EVP-Spitzenkandidat. Hier fällt die Entscheidung bereits Anfang November auf dem Parteitag.

Timmermans war niederländischer Außenminister

Für die Europawahl wird derzeit erwartet, dass die Konservativen bei der Europawahl stärkste Kraft werden. Und der Spitzenkandidat der stärksten Partei hat gute Chancen, das Amt des EU-Kommissionschefs zu übernehmen. So war es auch beim aktuellen Präsidenten Juncker. Er war im Jahr 2014 für die Konservativen angetreten.

Ganz sicher ist aber nicht abzusehen, wie die Verhältnisse im Parlament nach der Wahl aussehen werden - und ob unerwartete Koalitionen nicht doch den Kandidaten der Sozialdemokraten an die Spitze der Kommission bringen könnten.

Timmermans war in den Niederlanden als Mitglied der Partei der Arbeit (PvDA) unter anderem Außenminister und Europastaatssekretär. Er wuchs in Paris, Brüssel, Rom und im niederländischen Heerlen auf. Als erster Vize-Präsident der EU-Kommission ist er in den vergangenen Jahren - vor allem im Streit mit Polen - für den Rechtsstaat eingetreten.

aev/dpa



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