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Europawahl 2014: Hohe Beteiligung in Deutschland, schlechte Zahlen in Italien

Europa wählt - und die Deutschen machen eifriger mit als vor fünf Jahren. Am Nachmittag hatte bereits jeder vierte deutsche Wähler seine Stimme für die Europawahl abgegeben. Andere Europäer sind zurückhaltender.

Brüssel/Straßburg - Es sind Wahltage für ganz Europa, doch die Beteiligung fällt sehr unterschiedlich aus: In Deutschland sieht es aus, als würde die Beteiligung bei der Europawahl von vor fünf Jahren deutlich übertroffen.

Bis 14 Uhr gaben am Sonntag 25,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie der Bundeswahlleiter mitteilte. 2009 lag die Wahlbeteiligung bis zu diesem Zeitpunkt bei 20,2 Prozent. Am Ende betrug sie damals 43,3 Prozent. In Deutschland sind die Wahllokale noch bis 18 Uhr geöffnet.

In Italien droht dagegen bei der Wahlbeteiligung ein Negativrekord, obschon dort gleichzeitig Kommunalwahlen stattfinden: Bis um 12 Uhr hatten nach Angaben des Innenministeriums nur 16 Prozent der knapp 50 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren lag die Beteiligung zur gleichen Zeit bei 30 Prozent, allerdings hatten die Italiener damals bereits am Samstag wählen dürfen. Die Wahllokale sind zwischen den Alpen und Sizilien allerdings deutlich länger, nämlich bis 23 Uhr, geöffnet.

Frappierend schlecht ist die Beteiligung offenbar in Lettland und in der Slowakei: Die Slowaken wählten bereits am Samstag, dort sollen nur knapp 13 Prozent der Stimmberechtigten an der EU-Wahl teilgenommen haben (2009: 19,6 Prozent). Das wäre ein neuer Negativrekord. Auch die lettischen Stimmberechtigten sind wahlmüde: Offiziellen Angaben zufolge gingen bis Samstagmittag nur zehn Prozent zur Wahl. Auch die Polen bestätigen ihren Ruf als EU-Wahlmuffel: Bis mittags hatten nach Angaben der Staatlichen Wahlkommission lediglich 7,3 Prozent der gut 30 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die polnischen Wahllokale schließen allerdings erst um 21 Uhr.

Wie in ganz Europa wird das Abschneiden populistischer und europaskeptischer Kräfte genau beobachtet: In Italien etwa könnte die Fünf-Sterne-Bewegung Umfragen zufolge zweitstärkste Kraft werden. In Großbritannien schien sich ein Erfolg für die rechtspopulistische Unabhängigkeitspartei Ukip abzuzeichnen, die einen Austritt aus der EU anstrebt. Die Briten wählten bereits am Donnerstag, das Endergebnis wird wie überall erst nach dem Schluss der letzten Wahllokale in Italien bekannt gegeben.

In den Niederlanden erlitt der Rechtspopulist Geert Wilders am Donnerstag überraschend eine klare Schlappe. Dort setzten sich Prognosen zufolge die europafreundlichen Kräfte der linksliberalen D66 und der Konservativen durch. Die Wahlbeteiligung war allerdings sehr gering, nur etwa jeder dritte Niederländer beteiligte sich an der Europawahl.

In Irland, wo die Beteiligung immerhin bei um die 50 Prozent lag, verpassten die Wähler der Regierung einen Denkzettel. Die konservative Fine-Gael-Partei von Premierminister Enda Kenny kam Prognosen zufolge nur auf 22 Prozent der Stimmen, die mitregierenden Sozialdemokraten erzielten gar nur sechs Prozent. Starke Zugewinne verbuchten unabhängige Bewerber und die Sinn-Féin-Partei des Ex-IRA-Mannes Gerry Adams.

In Deutschland sind 64,4 Millionen Menschen wahlberechtigt, darunter fast drei Millionen Bürger anderer EU-Länder. Mit 96 Parlamentariern entsendet Deutschland die größte Gruppe nach Straßburg. Auch Kleinparteien können sich diesmal eine Chance ausrechnen, weil das Verfassungsgericht die Sperrklausel gekippt hatte - schon ab einem Ergebnis von 0,5 bis 0,7 Prozent könnte es einen Sitz geben (mehr zu diesem Thema lesen Sie hier). Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr wollen ARD und ZDF erste Prognosen bekannt geben.

Insgesamt waren in den 28 Mitgliedstaaten rund 400 Millionen Menschen dazu aufgerufen, die 751 EU-Abgeordneten in Straßburg zu wählen.

Fünf Fragen zur Europawahl

cht/hut/dpa/AFP

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1. Hä?
karlsiegfried 25.05.2014
Zitate: (1) ' In Lettland gingen offiziellen Angaben zufolge bis Samstagmittag nur zehn Prozent zur Wahl.' (2) In Lettland zeichnet sich einer vorläufigen Prognose zufolge ein klarer Sieg des proeuropäischen Einheitsblocks von Regierungschefin Laimdota Straujuma ab. Irre, klarer Sieg bei 10% Wahlbeteiligung. Aber keine Sorge, würde bei der Bundestagswahl auch nur eine Wahlbeteiligung von 10% vorliegen, die Sieger würden sich auch noch feiern lassen und sich als 'vom Volk gewählt' bzeichnen. Das ist echte Demokratie oder was?
2. Ich bin mir da ganz sicher ..........
diwidat 25.05.2014
M.Schulz u.die Medien werden sich auch noch ein Ergeb-nis von 20% Wahlbeteiligung schön reden. Ich schätze mal nach dem Motto: " die Menschen sind ja zu frieden,so wie es ist und sagen mit ihrer Enthaltung nur.......macht weiter so!" Wir sind ja dann so dumm u. glauben es.
3.
Harald G. 25.05.2014
Schade, dass die EU nicht aufgelöst wird, wenn das Volk keine Interesse an diese undemokratische Organisation hat. Ich selbst bin für ein zusammenarbeitendes Europa, aber nicht für die jetzige EU.
4. War gerade wählen
karlsiegfried 25.05.2014
Wen? Drei Buchstaben, die hoffentlich genug Wirbel verursachen.
5. hm ...
Creedo! 25.05.2014
Zitat von sysopDPA400 Millionen Wahlberechtigte für 751 EU-Abgeordnete: In 21 Ländern läuft die Europawahl. Die Wahlbeteiligung könnte sogar noch unter die 43 Prozent von 2009 fallen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/europawahl-2014-wahllokale-in-21-laendern-geoeffnet-a-971547.html
An mir liegts nicht. Sollte ich der einzige sein, der gewählt hat, dann zählt meine Stimme ja quasi 100%! Cool! Je eniger wählen, desto bedeutender wird die eigene Stimme. Aber es hat ja kein Weg daran vorbei geführt gegen M. Schulz zu voten. Ich habe ca. 20 Wahlwerbespots gesehen, 17 davon SPD/M. Schulz. Das kommt einem schon merkwürdig vor. Ich habe auch ein Einkaufskiste mit Wahlwerbung (Postwurfsendung) gesammlt. Aussschließlich SPD. DIE müssen es echt nötig haben und sie müssen Geld ohne Ende haben. Dagegen muss man ja quasi per se wählen.
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