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15. Mai 2014, 22:31 Uhr

Frankreich vor Europawahl

Front national in Umfragen stärkste Kraft

Kurz vor der Europawahl liebäugelt in Frankreich jeder vierte Befragte mit den Rechtspopulisten: Die EU-feindliche Partei Front national kommt in einer aktuellen Umfrage auf 25 Prozent - und wäre damit die stärkste Kraft.

Paris - Die rechtspopulistische und EU-feindliche Front national (FN) baut in Umfragen zur Europawahl in Frankreich ihren Vorsprung auf andere Parteien weiter aus. Nach am Donnerstagabend vom Nachrichtensender BFMTV veröffentlichten Zahlen gaben zuletzt 25 Prozent der Befragten an, für den FN stimmen zu wollen.

Die Partei um Marine Le Pen steigerte damit ihr Umfrageergebnis um einen Prozentpunkt, während die regierenden Sozialisten um Präsident François Hollande von 20 auf 18 Prozent zurückfielen. Die Konservativen von der UMP kämen derzeit auf 21 Prozent (minus 1 Prozentpunkt). Bei der Europawahl 2009 hatte der Front national landesweit lediglich rund 6 Prozent der Stimmen geholt.

Der starke Zuspruch für die Rechtspopulisten wird damit begründet, dass viele Wähler von den etablierten Parteien enttäuscht sind. Den regierenden Sozialisten wird vorgeworfen, die hohe Arbeitslosigkeit nicht in den Griff zu bekommen und zu wenig gegen die Kriminalitäts- und Flüchtlingsproblematik zu tun. Die konservative UMP macht seit der Wahlniederlage von Nicolas Sarkozy gegen Hollande im Mai 2012 vor allem mit parteiinternen Machtkämpfen Schlagzeilen.

Bei den Europawahlen vom 22. bis 25. Mai können 400 Millionen Wähler ihre Stimme abgeben. Gewählt werden 751 EU-Abgeordnete. Das Ergebnis beeinflusst auch, wer als Nachfolger von José Manuel Barroso in Zukunft die EU-Kommission leiten wird. Das Europaparlament wird im Juli darüber abstimmen, ob es den Vorschlag der EU-Staats- und Regierungschefs für das Amt annimmt.

Laut aktuellen Umfragen liegt der deutsche Martin Schulz in Deutschland derzeit deutlich vorn: 39 Prozent würden dem Sozialdemokraten ihre Stimme geben. Kontrahent Jean-Claude Juncker würde von den deutschen Wählern nur 22 Prozent der Stimmen erhalten.

Laut einer ARD-Umfrage vom Mittwoch würden sieben Prozent der Deutschen die eurokritische AfD wählen. Die Unionsparteien verlieren zwar zwei Prozentpunkte, bleiben mit 37 Prozent aber stärkste Kraft. Die SPD verharrt ebenso bei 27 Prozent wie die Grünen bei 9 Prozent. Die Linke kann der Umfrage zufolge leicht um einen Prozentpunkt auf 9 Prozent zulegen, die FDP verliert hingegen einen Punkt und kommt auf nur noch drei Prozent.

jbe/dpa

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