Europawahl in Frankreich Rechtsextreme liegen in Umfrage vorne

Marine Le Pen scheint immer mehr Wähler für sich gewinnen zu können. Bei der anstehenden Europawahl könnte ihre rechtsextreme Partei Front National einer Umfrage zufolge sogar stärkste Kraft werden. Die Sozialisten von Präsident François Hollande liegen nur auf Platz drei.

FN-Chefin Le Pen (Archivbild): Nicht mehr nur Protestwähler
AFP

FN-Chefin Le Pen (Archivbild): Nicht mehr nur Protestwähler


Paris - Frankreich droht bei der Europawahl im Mai ein Rechtsruck. Die rechtsextreme Partei Front National (FN) liegt in einer Umfrage vorne. Laut einer Erhebung des Instituts Ifop, die das Magazin "Nouvel Observateur" veröffentlichte, käme die von Marine Le Pen angeführte Partei auf rund 24 Prozent - und wäre damit stärkste Kraft. Le Pen profitiert von der geringen Popularität der Regierung und der tiefen Spaltung der UMP.

Knapp hinter FN liegt mit derzeit 22 Prozent die Mitte-Rechts-Partei UMP. Die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande landen der Umfrage zufolge mit 19 Prozent nur auf Rang Drei. Für die Erhebung befragte Ifop vom 1. bis 4. Oktober 1893 Wahlberechtigte.

Lange Zeit galt Front National als Sammelbecken für Protestwähler. Mittlerweile hat Le Pen aber unzufriedene Anhänger der Sozialisten und der UMP für sich gewinnen können. Als Hauptgründe gelten ihre scharfe Haltung gegenüber Kriminalität und Roma. Bereits bei Umfragen zu den für März geplanten Kommunalwahlen hatte die FN überraschend gut abgeschnitten. Bei der Europawahl 2009 hatte sie landesweit 6,3 Prozent der Stimmen geholt. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 hatte die 45-Jährige bereits 17,9 Prozent geholt.

max/Reuters/dpa



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