Ex-Bundespräsident Horst Köhler berät Vereinte Nationen

Mehr als zwei Jahre nach seinem Rücktritt kehrt Ex-Bundespräsident Horst Köhler auf die politische Bühne zurück. Der 69-Jährige wurde zum Uno-Berater berufen. Er ist Mitglied einer Arbeitsgruppe, die Ziele für ein weltweites Wachstum erarbeiten soll.

Horst Köhler hat einen neuen Job: Er ist Berater der Uno
dapd

Horst Köhler hat einen neuen Job: Er ist Berater der Uno


Berlin/New York - Der frühere Bundespräsident Horst Köhler ist künftig für die Vereinten Nationen tätig. Der 69-Jährige wurde von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Mitglied eines Gremiums prominenter Persönlichkeiten und Politiker ernannt.

Der Rat besteht aus 27 Politikern und Fachleuten. Sie wird vom britischen Premierminister David Cameron, dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono und der liberianischen Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf geleitet. Die Gruppe soll neue Empfehlungen für ein weltweites Wachstum abgeben.

Für Köhler bedeutet seine Berufung die Rückkehr auf einen internationalen Posten. Er war im Mai 2010 als Bundespräsident zurückgetreten. Bereits als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und dann als Staatschef hatte er sich für die Entwicklungsländer stark gemacht, insbesondere für Afrika. Die Bundesregierung begrüßte am Mittwoch in Berlin die Ernennung.

Im Kern werde sich die Arbeitsgruppe mit Möglichkeiten zur Bekämpfung der Armut und mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen, sagte Uno-Generalsekretär Ban. Die Gruppe solle binnen einen Jahres "wagemutige" neue Ziele für die Entwicklung der Erde vorschlagen. Diese sollen die im Jahr 2000 verkündeten Millenniums-Ziele ablösen, die unter anderem bis 2015 eine Halbierung der Zahl der Hungernden und der Armen, eine Absenkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel und einen Stopp der Ausbreitung von Aids vorsehen. Viele der Punkte werden voraussichtlich nicht erreicht.

Das neue Gremium mit Köhler soll erstmals Ende September am Rande der jährlichen Uno-Vollversammlung zusammentreten und bis Mitte 2013 einen vorläufigen Bericht vorlegen.

heb/AFP/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
mchunter 01.08.2012
1. optional
Eine schöne Aufgabe für Herrn Köhler, ein herber Verlust für Deutschland. Ich hatte Herr Köhler gerne als Berater gesehen für die EU, EURO-Zone und interessierte EU Länder, um bei der Bewältigung der Schuldenkrise zu helfen. Er ist aus meiner Sicht einer der wenigen respektablen Fachleute!
LeisureSuitLenny 01.08.2012
2. Motivation
Zitat von sysopdapdMehr als zwei Jahre nach seinem Rücktritt kehrt Ex-Bundespräsident Horst Köhler auf die politische Bühne zurück. Der 69-Jährige wurde zum Uno-Berater berufen. Er ist Mitglied einer Arbeitsgruppe, die Ziele für ein weltweites Wachstum erarbeiten soll. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,847594,00.html
Das klingt alles so positiv. Aber Herr Köhler ist gebildet genug um zu wissen, dass Wachstum in der Art wie wir es jetzt gerade zelebrieren, weltweit verstärkt kaum wünschenswert ist. Auch die Bekämpfung der Armut - seit je her ein beliebtes Hobby von Prominenten - ist reines Wunschdenken solange die unkontrollierte Vermehrung gerade bei Armen nicht nur stattfindet, sondern noch verstärkt wird. Reden Sie doch mal mit dem Papst darüber, Herr Köhler. Aber im besten finde ich: im September kommen sie zusammen und schon Mitte 2013 soll es einen vorläufigen Bericht geben. Das Arbeitstempo in solchen Polit-Biotopen mit unverbindlicher Diskussionskultur hat nun wirklich nichts mit Wachstum zu tun. Da erodieren nur Steuergelder weg.
1schnieder 01.08.2012
3. Motivation? Geld!
Bekommt er Geld dafür, vermengt er Ehrensold und die Annehmlichkeiten wie Büro und Fharer mit allen seinen alten Pensionsansprüche, die ja angeblich über dem Ehrensold liegen sollen, mit einem schönen Beraterposten für noch mehr Geld? Und hat er sich jetzt umentschieden - und sind alle, denen er jetzt Wachstumsratschläge geben soll, plötzlich doch wieder keine Monster mehr? Ich werde den Eindruck nicht los, dass unser derzeitiges und früheres Führungspersonal einzig den eigenen Vorteil sucht - und so daherredt wie es gerade für sie von Vorteil ist.
zeitmax 01.08.2012
4. Fauler Zauber
Jahrzehnte dieser Institution belegen den vergeblichen Kampf, sprich die reine Alibi-Funktion dieser Vorhaben. Köhler ist da kein unbeschriebenes Blatt.
speculum7 01.08.2012
5. Die selbstlosen Ritter
Kann jemand David Cameron als selbstloser, ganz uneigennützlich handelnder, stets an die Armen und Benachteiligten denkender Ritter vorstellen. Seriöser kann dieses Gremium wohl kaum sein.
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