Tripolis - Dutzende ehemalige Aufständische haben am Dienstag aus Wut über ausstehende Zahlungen den Sitz der libyschen Übergangsregierung angegriffen. Zahlreiche Bewaffnete umzingelten das Gebäude in der Hauptstadt Tripolis und gaben Schüsse ab, sagte ein Regierungssprecher. Mindestens ein Mensch wurde dabei getötet. Drei Sicherheitsbeamte und ein Demonstrant wurden verletzt.
Regierungschef Abd al-Rahim al-Kib hat sich zu dem Zeitpunkt aber nicht in dem Gebäude aufgehalten. Regierungssprecher Nasser al-Mana sagte, die Ex-Rebellen forderten ihre Beteiligung an einem Bonus-System, von dem vor allem Zivilisten profitieren, die sich am Kampf gegen die Armee von Muammar al-Gaddafi beteiligt hatten. Das Geld soll die ehemaligen Aufständischen dazu bringen, ihre kurze Karriere als Rebellen zu beenden und ihre Waffen abzugeben.
Rund 200 Demonstranten seien mit 50 Fahrzeugen angerückt, sagte al-Mana. Plötzlich hätten die ehemaligen Rebellen dann ihre Waffen auf das Gebäude gerichtet. 14 Demonstranten wurden einem Sicherheitsbeamten zufolge festgenommen. "Freiheit bedeutet nicht Chaos", sagte al-Mana. "Wir hoffen, dass so etwas nicht mehr vorkommt."
Wegen weitverbreiteten Betrugs hatte die Übergangsregierung die Zahlungen im April vorerst gestoppt. Bei Milizionären, die bislang leer ausgingen, stieß dies auf heftigen Protest. Bereits damals griffen sie kurz den Regierungssitz in Tripolis an. Nach Angaben von Regierungssprecher al-Mana gibt es bereits ein Treffen der Ex-Rebellen mit dem Verteidigungsminister, um nach einer Lösung zu suchen.
vks/Reuters/AFP
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