Snowdens E-Mail-Verkehr mit Republikaner: "Auch unter Folter werde ich nichts verraten"

Whistleblower Snowden: Rückendeckung vom Ex-Senator Zur Großansicht
REUTERS/ Human Rights Watch

Whistleblower Snowden: Rückendeckung vom Ex-Senator

Edward Snowden will keine Informationen preisgeben, die US-Agenten gefährden könnten. Das schreibt der NSA-Enthüller in einem E-Mail-Wechsel mit Gordon J. Humphrey. Der republikanische Ex-Senator unterstützt den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter: "Sie haben das Richtige getan."

Hamburg - Für die US-Regierung und die meisten Politiker in Washington ist Edward Snowden ein Verräter. Doch nun hat ein republikanischer Ex-Senator dem NSA-Enthüller den Rücken gestärkt.

"Vorausgesetzt, dass Sie keine Informationen veröffentlicht haben, die einen Geheimdienstagenten in irgendeiner Weise gefährden, glaube ich, dass Sie das Richtige getan haben, indem Sie enthüllt haben, was ich als massive Verletzung der US-Verfassung betrachte", schrieb Gordon J. Humphrey in einer E-Mail an Snowden, die der "Guardian" auf seiner Webseite veröffentlicht hat.

Humphrey vertrat zwischen 1979 und 1990 den Bundesstaat New Hampshire im US-Senat und saß dort unter anderem in den Ausschüssen für Außenpolitik, Verteidigung und Justiz.

Snowden will auch unter Folter schweigen

In seiner E-Mail wünschte er dem 30-Jährigen Durchhaltevermögen und viel Erfolg bei dem Bemühen um Asyl. Ein weiteres Schreiben schickte Humphrey an den Journalisten Glenn Greenwald, der mit Snowden seit dessen Flucht in engem Kontakt steht. Darin verurteilte der Ex-Senator die "wachsende Arroganz" der US-Regierung. Anstatt eine unverhältnismäßige Kampagne gegen Snowden zu betreiben, solle die Regierung in Washington viel eher jene verfolgen, die ihre Macht missbraucht und die Rechte von Millionen unverdächtiger US-Bürger verletzt hätten, forderte der 72-Jährige.

Snowden, der sich seit 23. Juni im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo aufhält, dankte dem Republikaner für seine Unterstützung. Er stellte klar, dass er keine Informationen weitergegeben habe, die dem amerikanischen Volk schaden könnten. "Sie können versichert sein, dass ich nicht dazu gezwungen werden kann, diese Informationen zu enthüllen, selbst unter Folter."

Die Regierung in Washington hatte am Dienstagabend Snowden erneut aufgefordert, in sein Heimatland zurückzureisen. "Er sollte nach Hause kommen und den Mut haben, sich den Anschuldigungen zu stellen", sagte US-Außenamtssprecher Patrick Ventrell. Die Justiz hat gegen den Ex-Geheimdienstmitarbeiter einen Haftbefehl wegen des Diebstahls von Regierungseigentum und Spionage erlassen.

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NSA-Enthüllungen: Chronologie der Snowden-Affäre

Lesen Sie hier die Chronologie der gesamten NSA-Affäre

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insgesamt 206 Beiträge
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1. Lichtblick -
hugahuga 17.07.2013
Zitat von sysop"Sie haben das Richtige getan": Edward Snowden bekommt Unterstützung von einem republikanischen Ex-Senator. Gordon J. Humphrey hat dem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter für seine Enthüllungen gedankt. Nicht er müsse bestraft werden - sondern jene, die Bürgerrechte missachten. Ex-US-Senator Gordon J Humphrey schreibt E-Mail an Edward Snowden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-us-senator-gordon-j-humphrey-schreibt-e-mail-an-edward-snowden-a-911587.html)
damit wäre in die Phalanx gegen Herrn Snowden eine Lücke entstanden, die sich jetzt - so möchte man hoffen - schnell vergrößern sollte.
2. Muhaha
Wichlinghauser 17.07.2013
"Sie können versichert sein, dass ich nicht dazu gezwungen werden kann, diese Informationen zu enthüllen, selbst unter Folter." Das wird er dann ja sehen, wenn die amerikanischen Verhörspezialisten (alle Mitglied in Bürgerrechtsbewegungen) unter Anwendung von Waterboarding und ählichen Methoden zur Rechtsfindung beitragen.
3. Anschluss
Izmi 17.07.2013
Zitat von sysop"Sie haben das Richtige getan": Edward Snowden bekommt Unterstützung von einem republikanischen Ex-Senator. Gordon J. Humphrey hat dem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter für seine Enthüllungen gedankt. Nicht er müsse bestraft werden - sondern jene, die Bürgerrechte missachten. Ex-US-Senator Gordon J Humphrey schreibt E-Mail an Edward Snowden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-us-senator-gordon-j-humphrey-schreibt-e-mail-an-edward-snowden-a-911587.html)
Ist es nun US-Bashing oder Antiamerikanismus, wenn man sich diesem Ex-Senator anschließt?
4.
max-mustermann 17.07.2013
Zitat von sysop"Auch unter Folter werde ich nichts verraten"
Dann sollte er alles daran setzen nie wieder in die USA zu gelangen sonst könnte seine Aussage schmerzlich auf die Probe gestellt werden.
5. Doch noch Idealisten in den USA? Ein Lichtblick!
unklug 17.07.2013
Ich hatte schon die Befürchtung, dass die Politik in den USA die Rechtsbrüche einhellig trägt oder ignoriert. Land der Freiheit? Land der 1000 Möglichkeiten? Yes we can! And we do!
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