Explosion in Sankt Petersburg Russische Ermittler gehen von Terror aus

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat nach dem Anschlag in Sankt Petersburg Terrorermittlungen eingeleitet. Bei der Bombenexplosion in der U-Bahn starben mehrere Menschen, die Polizei sucht zwei Verdächtige.

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Die Explosion einer Bombe in einer U-Bahn im russischen Sankt Petersburg war offenbar ein Terroranschlag. Davon geht die Generalstaatsanwaltschaft aus und hat entsprechende Ermittlungen eingeleitet. Sie bezögen sich auf den Paragraph 205, der die Strafbarkeit von "Terroranschlägen" regelt, teilte die zuständige Justizbehörde laut Nachrichtenagentur AFP mit.

Am Montagmittag war in einem U-Bahnzug in der russischen Metropole eine Bombe detoniert. Zehn Menschen starben, viele weitere wurden verletzt, teilte das russische Gesundheitsministerium mit.

Der Sprengsatz explodierte zwischen den Haltestellen Technologisches Institut und Sennaja-Platz, im Zentrum der Fünf-Millionen-Stadt. Lokale Sicherheitsbehörden berichteten von einer zweiten Bombe, die aber nicht explodierte und entschärft werden konnte. Der U-Bahnverkehr in der Stadt wurde kurz nach der Explosion komplett eingestellt.

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Terrorermittlungen in Sankt Petersburg: Attentat im Untergrund

Laut Nachrichtenagentur Interfax wird nach zwei mutmaßlichen Tatbeteiligten gefahndet. Der eine haben die Bombe in dem U-Bahnzug deponiert, die später detonierte. Der andere sei verdächtig, einen zweiten Sprengsatz in der Station Platz der Revolution zurückgelassen zu haben.

Präsident Wladimir Putin befand sich zum Zeitpunkt des Anschlags ebenfalls in Sankt Petersburg, allerdings bei einem geplanten Treffen mit seinem weißrussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko und weit entfernt vom Anschlagsort. Putin sagte schon kurz nach der Tat, ein Terroranschlag gehöre zu den möglichen Ursachen.

Putin sowie zahlreiche Politiker im In- und Ausland sprachen den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, er verfolge die Nachrichten aus Sankt Petersburg "mit Entsetzen und Trauer". Noch seien die Hintergründe der Tat nicht geklärt. "Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Russland."

cht/AFP/Reuters



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