Krawalle in Mailand Straßenschlachten zur Expo-Eröffnung

Demonstranten warfen Steine, Polizisten wurden verletzt, Tränengas kam zum Einsatz: Während der Eröffnungszeremonie der Expo ist es in Mailand zu schweren Krawallen gekommen.

AP/dpa

Krawalle in Mailand: Hunderte Demonstranten und Polizisten sind in Mailand auf den Straßen in Mailand zusammengestoßen. Anlass war die Eröffnung der Weltausstellung Expo.

Vermummte Gegner der Veranstaltung warfen Steine, Brandsätze und Flaschen in Richtung der Polizei, dichter Qualm von brennenden Autos lag in der Luft. Gebäude wurden mit Graffiti beschmiert und Scheiben eingeworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Mindestens elf Polizisten wurden verletzt.

Im Zentrum Mailands herrschte Chaos, Straßen waren gesperrt, viele Läden geschlossen. Etwa 2600 zusätzliche Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Ministerpräsident Matteo Renzi hatte die Expo zuvor eröffnet. Mit den Worten "Viele haben nicht daran geglaubt, aber jetzt ist es Realität", entgegnete er vor allem jenen Kritikern, die die Bauarbeiten bis zur letzten Minute angeprangert hatten.

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Expo 2015 in Mailand: Die Welt stellt aus
Renzi sieht sie als Möglichkeit, um das Land nach Jahren des Abschwungs in der Welt wieder positiver darzustellen. Gerechnet wird in den kommenden sechs Monaten mit rund 20 Millionen Besuchern und zehn Milliarden Euro an Einnahmen. Globalisierungsgegner, Umweltaktivisten, Studenten und Kritiker der europäischen Sparprogramme haben aber Widerstand angekündigt. Viele Demonstranten kritisieren die hohen Kosten der Ausstellung sowie die Beteiligung großer Lebensmittelkonzerne als Sponsoren. In der Nacht vor der Eröffnung hatte eine Gruppe unbekannter Hacker die Ticket-Webseite für einige Stunden lahmgelegt.

kbl/dpa/Reuters

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insgesamt 39 Beiträge
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al3x4nd3r 01.05.2015
1. Ehrlich:
W
al3x4nd3r 01.05.2015
2. Ehrlich
Wie kann man für 50 Millionen Euro einen Pavillon bauen, aber das lang angestrebte Entwicklungshilfe-Ziel von 0,7% nicht erreichen? Die Expo ist offenbar mehr eine Kunstausstellung und zum Angeben gedacht als ersthaft Lösungen zu suchen.
Alias Alias 02.05.2015
3.
DAS, was in Baltimore passiert, was in Frankfurt passiert ist, was in Madrid, Athen, London, Paris, Ferguson und sonst wo in der ach so tollen westlichen Welt geschah, ist die logische Folge der Ignoranz, mit der die Entscheidungsträger, sei es in den Parlamenten oder den Unternehmensvorständen, begegnen. Die Stimme des Bürgers bedeutet nichts. Wenn diese Stimme etwas bedeutet, so bewirkt sie nichts. Das schlimme daran ist: Es wird kaum über die Themen diskutiert, sondern lediglich um die Art und Weise. Wenn friedlich demonstriert wird, fällt die Berichterstattung komplett aus.
oromer 02.05.2015
4. Expo
Und wie sich die Bilder gleichen..linksextreme Krawallmacher on tour gesyern EZB heute Mailand.Der Sinn dieser Chaoten ist nicbt demokratischer Protest sondern Gewalt u Zerstörung.Wie lange dulden wir das als Demokratie noch uns von solchen Elementen vorführen zulassen
hockeyversteher 02.05.2015
5. Nach Frankfurt
fackeln unsere moralisch ach so hochstehenden Linken europäischen Mitbürger nun die nächste europäische Metropole ab, ohne das das einen Sturm der Entrüstung in den Medien auslöst. Ein Flüchtlingsheim in einen sachsen-anhaltinischen Kaff beschäftigt diese Medien jedoch wochenlang. Wer da auf welchem Auge blind ist und tendenziös berichtet liegt wohl auf der Hand.
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