Extremismus: Iran verhaftet sunnitischen Rebellenführer

Iran ist ein Schlag gegen sunnitische Aufständische gelungen. Sicherheitsbehörden fassten den Anführer einer Rebellengruppe, die sich zu mehreren Bombenanschlägen bekannt hatte. Den USA warf Teheran vor, dem Rebellenchef einen Pass besorgt zu haben.

Iranischer Minister Moslehi mit Bild von Rebellenführer Rigi: "Berüchtigter Terrorist" Zur Großansicht
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Iranischer Minister Moslehi mit Bild von Rebellenführer Rigi: "Berüchtigter Terrorist"

Teheran - Als einer der bekanntesten Anführer der sunnitischen Rebellengruppe Dschundallah (Armee Gottes) stand Abd al-Malik Rigi bei den iranischen Behörden seit Jahren ganz oben auf der Fahndungsliste: Jetzt haben ihn Sicherheitskräfte gefasst, wie das Innenministerium in Teheran am Dienstag bekanntgab. Die Gruppe Dschundallah hatte sich zu mehreren Bombenanschlägen mit vielen Toten im Südosten des Landes bekannt.

Über die genauen Umstände von Rigis Festnahme gab es unterschiedliche Versionen. So teilte das Innenministerium mit, der Rebellenführer sei in Pakistan gefasst und anschließend nach Iran gebracht worden. Der Nachrichtensender El Alam meldete, Rigi sei im Osten des Landes festgenommen worden. Zusammen mit dem Rebellenführer seien auch zwei weitere Gruppenmitglieder gefasst worden, meldete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf das Geheimdienstministerium.

Der für die Geheimdienste zuständige iranische Minister Heidar Moslehi erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, Rigi sei auf einem Flug von Dubai nach Kirgisistan festgenommen worden. Moslehi warf den USA und Großbritannien vor, diese unterstützten die Rebellen. Rigi habe sich noch 24 Stunden vor seiner Festnahme auf einem US-Militärstützpunkt aufgehalten, sagte Moslehi dem Sender Press TV. "Die Amerikaner haben Rigi einen afghanischen Pass ausgestellt und einen Ausweis, damit er nach Pakistan reisen konnte." Auch europäische Länder habe Rigi vor seiner Verhaftung besucht, sagte der Minister.

Iran hatte den USA, Großbritannien und Pakistan in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, die Rebellen zu unterstützen, etwa indem sie Kontakte zu den Geheimdiensten unterhalten. Die Länder weisen die Vorwürfe zurück.

Verantwortung für mehrere Bombenanschläge

Die Gruppe Dschundallah wird für mehrere blutige Anschläge in der Provinz Sistan-Balutschistan im Südosten Irans verantwortlich gemacht. Ein Sprecher des Außenministeriums bezeichnete Rigi als einen der berüchtigtsten Terroristen in der Provinz, in der viele Sunniten leben. Die Gegend gilt als Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die schiitische Vorherrschaft in Iran.

Die Führung in Teheran hatte Dschundallah auch für einen Selbstmordanschlag auf die Revolutionsgarden im vergangenen Herbst verantwortlich gemacht, bei dem mehr als 40 Menschen getötet wurden. Auch ein Anschlag auf eine Moschee in Zahedan mit 25 Toten und rund 80 Verletzten im Mai 2009 wird der Gruppe zugerechnet.

Zwischen der Dschundallah und iranischen Sicherheitskräften kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen. Die Gruppe wurde auch mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Verbindung gebracht, zudem werfen die Behörden ihr Verstrickung in den Drogenhandel vor.

mmq/AFP/dpa/apn/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Spiegel´s verwunderlicher Spachgebrauch
wieso 23.02.2010
Wie schützt die "freie" westliche Presse einen freien Terroristen von westlichen Gnaden, der wahllos unzählige Menschen, darunter auch viele Frauen und Kinder, ermordete? Nun, man etikettiert ihn einfach um, vom Terroristen zum "Sunniten-Führer" und hofft, die Leser sind zu dumm/ungebildet/unaufmerksam diese Reinwaschaktion für einen bezahlten Verbrecher in den Diensten der USA zu bemerken. Eine Frage: wenn sie Ihre Leser wirklich für so minderbemittelt halten, dieses schäbige Manöver nicht zu durchschauen, warum machen Sie sich überhaut die Mühe SPON herauszugeben? Verweisen sie Ihre Leser doch einfach an das Massenblatt mit der vier großen Buchstaben und dem nicht vorhandenen Informationsgehalt und gut isses!
2. Medien?
PeaceNow 23.02.2010
Zitat von wiesoWie schützt die "freie" westliche Presse einen freien Terroristen von westlichen Gnaden, der wahllos unzählige Menschen, darunter auch viele Frauen und Kinder, ermordete? Nun, man etikettiert ihn einfach um, vom Terroristen zum "Sunniten-Führer" und hofft, die Leser sind zu dumm/ungebildet/unaufmerksam diese Reinwaschaktion für einen bezahlten Verbrecher in den Diensten der USA zu bemerken. Eine Frage: wenn sie Ihre Leser wirklich für so minderbemittelt halten, dieses schäbige Manöver nicht zu durchschauen, warum machen Sie sich überhaut die Mühe SPON herauszugeben? Verweisen sie Ihre Leser doch einfach an das Massenblatt mit der vier großen Buchstaben und dem nicht vorhandenen Informationsgehalt und gut isses!
Auch die Springermedien marschieren halt da entlang, wo ihnen bzw. den dort anwesenden Chefredakteur der Kurs bei der letzten Bilderberg Konferenz vorgegeben wurde. Wer unabhängige Informationen sucht muss sich hier um die unabhängigen Quellen im Internet oder im Ausland bemühen, Schweiz, und Asien, aber sogar Russland und Al Jazeera berichten meist offener und glaubwürdiger als die einseitige Pro USA, Pro Israel und Anti Russland, Iran, China... Propaganda der westlichen Medien. Die meisten Medien kommen ihrem Auftrag nicht mehr nach, sondern sind reine Propagandaorgane von Konzernen und Lobbys, Copy-Paste Abteilungen und bezahlte Medienhuren, die immer nur das lied singen dessen Brot sie essen.
3. Gleich?
PeaceNow 23.02.2010
Zitat von sysopIran ist ein Schlag gegen sunnitische Aufständische gelungen. Sicherheitsbehörden fassten den Anführer einer Rebellengruppe, die sich zu mehreren Bombenanschlägen bekannt hatte. Den USA warf Teheran vor, dem Rebellenchef einen Pass besorgt zu haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679721,00.html
Aufständische?, Rebellen?, komisch, weltweit gelten diese als Terroristen und Terrororganisation, warum die Beschönigung lieber SPON?. ISt demnach die Hamas, Hisbollah und Taliban auch nur Aufständische und Rebellen?, da weit weniger terroristisch sind als diese vom CIA finanzierte Terrorgruppen im Iran.
4. Wortwahll
tripler 23.02.2010
"Extremismus Iran verhaftet sunnitischen Rebellenführer" interessant.. als die extrem sunnitischen Saudis in einem anderen Land (Jemen), blind wehrlose Shiiten mit einer hochgerüsteten Armee bombardiert haben, stand nichts von Extremismus im Spiegel. Nicht mal die leiseste Kritik. weiter steht im Artikel: "Die Gegend gilt als Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die schiitische Vorherrschaft in Iran. " ahja, also wird wieder der Konflikt zwischen Shiiten und Sunniten hochbeschworen,.. hat ja auch im Irak gut geklappt, und ist auch gut um die Paranoya der Nachbarstaaten anzusprechen, die einen Angriff auf Iran abnicken muessen. Es geht hier nicht um Sunniten oder Shiiten, die Regierung in Iran geht gegen alle Gegner egal ob Shiiten oder Sunniten vor. Bei der Grünen Bewegung wurde ja auch nicht gesagt dass Demonstrationen von Shiiten niedergeschlagen wurden und Shiiten-Führer von der Regierung eingekerkert wurden/ zu Tode verurteilt wurden. Es geht hier also überhaupt nicht um die Konzession, jeder Widerstand wird von der iranischen Regierung in Keim erstickt egal von wem es kommt.
5. Extremismus? "Give me a break..."
KerKaraje 23.02.2010
Eins vorneweg: Die iranische Regierung ist sicher kein Hüter der Menschenrechte und auch kein Kind der Traurigkeit, aber man sollte hier mal die Kirche im Dorf lassen und Bisschen weniger mit zweierlei Mass messen. Herr Rigi ist der Chef der Organisation "Jundullah". Jundullah, die sich übrigens inzwischen einen iranischen Namen (ersteres ist nämlich arabisch und heisst "Armee Gottes") zugelegt haben sind Iraner. Sunnitische Iraner. Im Gegensatz zur - wie so oft - völlig vereinfachenden/verfälschenden oder verklärenden westlichen Berichterstattung strebt die Bewegung keine separatistische Autonomie an, noch will sie das mehrheitliche Schiitentum im Iran bekämpfen. Sie kämpft für mehr Rechte für die Sunniten vom Volksstamm der Baluchen im Südosten Irans. Andererseits ist sie in der Wahl ihrer Mittel wenig zimperlich oder völkerrechtlich einwandfrei. Zum Arsenal gehören nämlich auch Entführungen, tödliche Anschläge und Hinrichtungen. Wenn all dies, worüber vielfach berichtet worden ist wahr ist, hat es nichts aber auch gar nichts mit "Extremismus" zu tun, wenn eine Regierung den Anführer eines solchen Gegners festnimmt. Hat man bei der Festnahme Öcalans durch die Türkei auch von Extremismus gesprochen? Beschuldigt man Israel etwa des "Extremismus", wenn es oft im weit entfernten Ausland Widersacher liquidiert?
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Iran: Vom Königreich zur Islamischen Republik

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
dpa
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei, und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit 2005 Mahmud Ahmadinedschad.
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Iran hat rund 72 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 84 (Deutschland ist auf Platz 22). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 70 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 79 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).