Kritik an Fake News Trump stellt Lizenzen für TV-Sender infrage

Der US-Präsident und sein Verteidigungsminister haben einen Bericht des TV-Senders NBC über Atomwaffen dementiert. Trump ging noch einen Schritt weiter: Er erwähnte einen Entzug der Sendelizenz.

Donald Trump
AP

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Dass der US-Präsident die Medien im Land kritisiert, die seiner Meinung nach sogenannte Fake News verbreiten, ist keine Neuigkeit mehr. Regelmäßig teilt er vor allem via Twitter gegen Zeitungen wie die "New York Times" oder TV-Sender wie CNN aus. Nun ging Donald Trump in seiner Kritik allerdings noch einen Schritt weiter.

Auslöser war ein Bericht des TV-Senders NBC. Darin hieß es, Trump habe sich dafür ausgesprochen, das Atomarsenal seines Landes um fast das Zehnfache aufzustocken. Die Bemerkungen des Präsidenten seien bei einem Treffen mit einigen seiner Minister und Sicherheitsberatern im Juli gefallen. Der Sender berief sich dabei auf drei namentlich nicht genannte Personen, die den Angaben zufolge bei dem Termin dabei waren.

Trump dementierte dies umgehend und warf NBC vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Es handele sich um pure Fiktion, schrieb er auf Twitter. In einer weiteren Nachricht fügte er dann hinzu: "Mit all den Fake News, die von NBC und den anderen Sendern verbreitet werden, an welchem Punkt ist es angemessen, ihre Lizenz anzufechten?"

Auch Verteidigungsminister James Mattis dementierte den Bericht des Senders. "Diese Art der fehlerhaften Berichterstattung ist unverantwortlich", sagte der Pentagon-Chef.

Die Pressefreiheit ist durch die US-Verfassung geschützt. Dass die Regierung einem Sender die Lizenz entzieht, gilt als extrem unwahrscheinlich.

In den USA werden Lizenzen nicht an die Gesellschaften ("networks") als Ganzes vergeben, sondern an deren einzelne Sender ("stations"). Sendelizenzen seien kein "politisches Spielzeug", zitiert die "New York Times" Tom Wheeler, der bis Januar Vorsitzender der unabhängigen Bundesbehörde Federal Communications Commission war. Doch Trump versuche, sie als solche zu benutzen. Womöglich versuche der US-Präsident mit seinen Aussagen, seine Anhänger dazu zu bringen, Stimmung gegen die Sender zu machen.

Trudeau und Trump in Washington
REUTERS

Trudeau und Trump in Washington

Mit einer Aufstockung ihres Atomwaffenarsenals würden die Vereinigten Staaten gegen eine Reihe von internationalen Abrüstungsverträgen verstoßen. Bei einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau sagte Trump wenige Stunden nach Senden seiner Tweets, er wolle keine Aufstockung. Dies sei nicht nötig. Er wolle das Arsenal in einem sehr guten Zustand sehen, nichts anderes habe er diskutiert.

Einen Lizenzentzug erwähnte Trump dabei nicht mehr, er wiederholte vor Reportern im Oval Office aber, die Medien seien "enorm unehrlich". Es sei "offen gesagt widerlich", dass die Presse "in der Lage ist zu schreiben, was immer sie will". Jemand sollte sich der Sache annehmen, sagte Trump.

aar/Reuters/dpa

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mediendienst 12.10.2017
1. Man muss Trump nicht glauben
Bei Mattis sollte man dies aber. Der ist so angesehen, dass seiner Bestellung sogar so gut wie alle Demokraten im Kongress zugestimmt haben. Ich glaube Mattis. Auch macht es wenig Sinn, die potentielle Zerstörung der Welt (die jetzt schon möglich ist) zu verzehnfachen. Da müssen wir erst 9 Planeten besiedeln, um so viele Atomwaffen auch effektiv nutzen zu können. Was also bleibt ist, dass viele Sender um ihre Seher kämpfen. Denn mehr Seher bedeutet mehr Werbekunden und höhere Einnahmen pro TV-Spot. Da geht es dann oft nicht um die Wahrheit, sondern darum, marktschreierischer als die Konkurrenz zu sein. Kein Wunder, dass da die Wahrheit manchmal auf der Strecke bleibt.
Meckerameise 12.10.2017
2.
Beide Seiten sind hier ungewöhnlich. Einerseits mal wieder typisch Trump, der abermals als Autokrat auftritt. Ihm passt eine Meldung nicht und er tönt an, ob man diese Quelle nicht mundtot machen könnte, weil sie nicht im Sinne Trumps ist. Andererseits frage ich mich, ob der Sender die Quellen nun kennt oder nicht. Aber geht man dem nicht irgendwie weiter auf die Spur? Ich bekomme von dem und dem die Info, dass Trump aufrüsten will. Schön. Das hätte im Fall der Fälle auch ich sein können. Wenn die Quelle authentisch ist, dann muss da doch mehr passieren, als es nur ein Mal in den Nachrichten auszustrahlen. Es bleibt dann immer nur die Frage hängen: und nun?
noshky 12.10.2017
3. Twitter bleibt Twitter
Es würde uns allen helfen, wenn der Spiegel damit aufhörte, Trumps schwachsinnsgetwitter als Regierungserklärung zu werten.
houstontx 12.10.2017
4. Fake News ist was anderes
Als Journalist in den USA bin ich sehr irritiert, dass der SPON Donald Trumps Kategorisierung von Nachrichten, die ihm nicht gefallen als "Fake News", übernimmt, zumal ohne Anführungszeichen. Fake News sind und bleiben Berichte, die mit der Intention produziert werden, den Rezipienten in die Irre zu führen. Dies trifft auf keine einzige der renommierten Medien zu. Der Spiegel sollte aufpassen, nicht in Trumps Falle zu tappen und seine Verwendung der Bezeichnung zu normalisieren.
interessierter Laie 12.10.2017
5. Wann wird endlich...
Diesem Präsidenten das Senderecht entzogen. Wenn falsche, verzerrte, polemische oder beleidigende Meldungen dafür ausreichen, hätte er doch längst abgeklemmt werden müssen.
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