Entführungsfall el-Masri Ermittlungen gegen mutmaßlichen CIA-Agenten eingestellt

Vor mehr als 13 Jahren wurde der Deutsch-Libanese Khaled el-Masri vom US-Geheimdienst CIA nach Afghanistan verschleppt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft nach SPIEGEL-Informationen ihre Ermittlungen in dem Fall eingestellt.

Khaled el-Masri
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Khaled el-Masri


Die Staatsanwaltschaft München I hat ihre Ermittlungen gegen 13 mutmaßliche CIA-Agenten eingestellt, die an der Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri beteiligt gewesen sein sollen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 15/2017
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Es sei eine Verfolgungsverjährung eingetreten, teilte die Behörde dem Anwalt Masris, Manfred Gnjidic, mit. Die CIA hatte Masri Ende 2003 im Rahmen des "Extraordinary Rendition"-Programms der damaligen US-Regierung unter George W. Bush als Terrorverdächtigen ohne Rechtsgrundlage entführen lassen.

Über Skopje war er in ein Geheimgefängnis in Afghanistan gebracht worden, wo er nach eigenen Aussagen gefoltert wurde. Erst Ende Mai 2004 kehrte er nach Deutschland zurück. 2007 wurden Haftbefehle gegen die mutmaßlichen CIA-Mitarbeiter, elf Männer und zwei Frauen, erlassen. Rechtsanwalt Gnjidic prüft, ob er gegen die Einstellung Beschwerde einlegen wird. Er habe den Verdacht, "dass die Staatsanwaltschaft schon seit Jahren nicht mehr ernsthaft in dem Fall ermittelt hat".

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