Fahndung Britische Polizei hat mutmaßliche Skripal-Attentäter identifiziert

Britische Ermittler suchen per Haftbefehl nach zwei Russen, die den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter vergiftet haben sollen. Sie sollen Großbritannien kurz nach der Tat verlassen haben.

Tatort Salisbury
AFP

Tatort Salisbury


Die britische Polizei hat zwei Verdächtige im Fall des Attentats auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia benannt. Es soll sich demnach um zwei Russen handeln.

Beiden wird versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und der Besitz von chemischen Waffen vorgeworfen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Großbritannien beantragte einen europäischen Haftbefehl. Das russische Außenministerium reagierte schnell und teilte laut der Nachrichtenagentur Ria mit, die beiden Namen seien Moskau unbekannt.

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Beide entkamen nur knapp dem Tod. Sie leben heute an einem geheimen Ort. Zwei Tage vor dem Angriff waren die zwei Verdächtigen nach Angaben der Polizei von Moskau nach London geflogen. Unmittelbar nach der Tat hätten sie Großbritannien dann wieder verlassen.

Nach ihnen sucht die britische Polizei: Ruslan Boschirow (links) und Alexander Petrow
LONDON METROPOLITAN POLICE/EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Nach ihnen sucht die britische Polizei: Ruslan Boschirow (links) und Alexander Petrow

Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Kurz nach dem Angriff wies Washington 60 russische Diplomaten aus. Die USA handelten damit im Gleichklang mit Großbritannien und mehr als zwei Dutzend weiteren Staaten, die ebenfalls russische Diplomaten auswiesen. Daraufhin mussten auch amerikanische Diplomaten Russland verlassen.

Später kam ein britisches Paar aus dem nahen Amesbury versehentlich mit dem Nervengift in Kontakt. Der Mann hatte nach eigenen Angaben ein Fläschchen gefunden, das er irrtümlich für einen Parfümflakon hielt und seiner Freundin schenkte. Sie rieb sich mit der Flüssigkeit ein und das wurde ihr zum Verhängnis: Die dreifache Mutter starb einen qualvollen Tod.

Nowitschok (zu deutsch: Neuling) gehört zu den tödlichsten Kampfstoffen.

Im Video: Giftanschlag auf Ex-Spion: Todesgrüße aus dem Geheimlabor

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mho/aev/Reuters/AP



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