Fall Skripal Russland will Verdächtige nur nach offizieller Anfrage der Briten suchen

Die britische Polizei fahndet im Fall Skripal nach zwei verdächtigen Russen. Der Kreml bestreitet aber, etwas mit dem Giftanschlag auf den Ex-Agenten zu tun zu haben. Die Vorwürfe Londons seien "inakzeptabel".

Die Verdächtigten Ruslan Boschirow (l.) und Alexander Petrow
LONDON METROPOLITAN POLICE/EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die Verdächtigten Ruslan Boschirow (l.) und Alexander Petrow


Die russische Regierung wehrt sich nach wie vor gegen Vorwürfe Großbritanniens, in den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal verwickelt zu sein. Die Anschuldigungen seien "inakzeptabel".

Die britische Polizei fandet per Haftbefehl nach zwei Russen. Die gesuchten Männer seien Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU und hätten höchstwahrscheinlich im Auftrag der russischen Regierung gehandelt, hatte Premierministerin Theresa May am Mittwoch im britischen Parlament gesagt.

Moskau teilte mit, nach den zwei mutmaßlichen Verdächtigen nur nach einer offiziellen Anfrage aus Großbritannien suchen zu wollen. Man könne nur juristische Schritte einleiten, wenn bei den Ermittlungen Moskau nach bilateralen und internationalen Regeln eingebunden werde, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow am Donnerstag in der russischen Hauptstadt. Erst dann könnte Russland aktiv werden, sagte er der Agentur Tass zufolge.

Skripal und seine Tochter Julia waren im März in der südenglischen Stadt Salisbury durch das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok schwer verletzt worden und nur knapp dem Tode entronnen. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Nervengift an die Haustür der Skripals geschmiert wurde.

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Nach Angaben der britischen Anti-Terror-Polizei reisten die beiden Verdächtigen zwei Tage vor dem Anschlag Anfang März nach Großbritannien ein und flogen wenige Stunden nach der Attacke nach Moskau zurück. Im Hotelzimmer der beiden Männer seien Spuren des bei dem Anschlag eingesetzten Nervengiftes Nowitschok gefunden worden, hatte May am Mittwoch gesagt. Bei dem Anschlag handele es sich nicht um eine auf eigene Faust geplante Tat von Kriminellen, betonte die Premierministerin: "Er wurde nahezu sicher auf hoher russischer Staatsebene genehmigt."

als/Reuters

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