Hamburg/Gaza-Stadt - Die gemäßigte Palästinenserorganisation Fatah hat am Freitag bei ihrer ersten Großdemonstration im Gaza-Streifen seit der blutigen Machtergreifung durch die radikalislamische Hamas 2007 Hunderttausende auf die Straße gebracht. Die Hamas hatte die Kundgebung als Teil der Bemühungen um eine Aussöhnung mit der Fatah genehmigt. Die Teilnehmer der Feierlichkeiten, unter ihnen viele Frauen und Kinder, zogen nach Angaben eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP mit Palästinenser- und Fatah-Fahnen durch Gaza-Stadt.
Das Gedränge in Gaza-Stadt war so groß, dass etwa 30 Menschen bei einer Massenpanik verletzt wurden. Ein Mann starb, als er bei dem Versuch abstürzte, eine Fahne an einem Mast zu befestigen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete von etwa einer Million Teilnehmern in der Enklave mit insgesamt nur 1,7 Millionen Einwohnern.
Anlass der Demonstration war der 48. Fatah-Gründungstag. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der Fatah forderte bei einer von Ramallah im Westjordanland aus übertragenen Rede ein Ende des Bruderkampfes und der israelischen Blockade.
Amal Hamad vom Fatah-Zentralkomitee sprach von einer "Botschaft an die Hamas und an Israel: "Die Massen sagen Hamas, dass wir voller Ungeduld auf die Versöhnung der Palästinenser warten. Und (dem israelischen Regierungschef Benjamin) Netanjahu, dass es bald einen Palästinenserstaat geben wird, ob ihm das nun passt oder nicht."
Die von der Fatah kontrollierte Autonomiebehörde regiert seit 2007 faktisch nur noch das Westjordanland. Der Gaza-Streifen wird von der Hamas beherrscht. Im November wurden bei einer einwöchigen Offensive Israels gegen die Hamas im Gaza-Streifen 166 Palästinenser und sechs Israelis getötet.
flo/dpa/AFP
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