Verfeindete Palästinensergruppen Fatah und Hamas wollen Gespräche über Versöhnung führen

Besteht die Hoffnung auf echten Frieden? Die radikalislamische Organisation Hamas will in Kairo mit der im Westjordanland regierenden Fatah verhandeln. Es ist nicht der erste Versuch ägyptischer Vermittler.

Jussef al-Mahmud, Sprecher der Einheitsregierung
DPA

Jussef al-Mahmud, Sprecher der Einheitsregierung


Ranghohe Vertreter der Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas beraten ab Dienstag in Kairo über Wege zur Versöhnung. Für die Fatah nehmen an den Gesprächen hinter verschlossenen Türen unter anderen Geheimdienstchef Madsched Faradsch sowie der Fatah-Vertreter im Gazastreifen, Fajes Abu Eita, teil. Die Abordnung der Hamas wird vom neuen stellvertretenden Chef Salah al-Aruri und dem Regionalchef der Miliz im Gazastreifen, Jahia Sinwar, geleitet.

Die radikalislamische Hamas ist seit 2007 im Gazastreifen an der Macht. Die Gruppe setzte sich in bewaffneten Auseinandersetzungen nach einem Streit über die Parlamentswahl von 2006 gegen die gemäßigte Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas durch. Diese übt die Regierungsgewalt im israelisch besetzten Westjordanland aus. Hamas und Fatah stimmten auf Druck Ägyptens Gesprächen über eine Einheitsregierung sowie zu Neuwahlen zu.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Nachbarstaat zwischen den Parteien die Vermittlerrolle eingenommen hat. Bereits 2011 schlossen Fatah und Hamas Frieden, nachdem sie in Kairo zusammengekommen waren. Damals unterschrieben Abbas und Ismail Haniyya einen Versöhnungsvertrag - doch gelöst wurde der Konflikt dadurch nicht. Nur drei Jahre später, kurz nach einem weiteren Versuch, die Parteien zu versöhnen, kam es entgegen den Vereinbarungen mit der Fatah zu einer erneuten militärischen Auseinandersetzung zwischen der Hamas und Israel.

bam/afp



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