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Europawahl: FDP kürt Lambsdorff zum Spitzenkandidaten

FDP-Politiker Lambsdorff: "Raus aus dem Euro - das ist gefährlich" Zur Großansicht
DPA

FDP-Politiker Lambsdorff: "Raus aus dem Euro - das ist gefährlich"

Die Liberalen schicken Alexander Graf Lambsdorff ins Europa-Rennen. Die Delegierten stimmten mit gut 86 Prozent für den 47-Jährigen. In seiner Parteitagsrede warnte Lambsdorff vor überzogener Kritik am Euro.

Bonn - Die FDP hat am Sonntag auf einem Parteitag in Bonn ihren Spitzenkandidaten für die Europawahl bestimmt: Rund 86 Prozent der Delegierten stimmten für Alexander Graf Lambsdorff. Gut vier Monate vor der Wahl am 25. Mai hat die FDP so ihre personelle Weichen für den Urnengang gestellt.

In seiner Parteitagsrede bezeichnete Lambsdorff die FDP als "überzeugte Europapartei". "In dieser Europawahl geht es um viel", sagte der liberale Europa-Abgeordnete. Die FDP spiele eine Schlüsselrolle bei der Frage, ob die Euro-Stabilisierung "marktwirtschaftlich umgesetzt wird". Schuld an der europäischen Krise sei "das Fehlen ausgeglichener Haushalte, entschlossener Reformen und liberaler Wirtschaftspolitik" gewesen, sagte Lambsdorff.

Der 47-Jährige kritisierte zudem die Große Koalition in Berlin. Die von Union und SPD geplante Absenkung des Renteneintrittsalters schade der Glaubwürdigkeit deutscher Politik in Europa und stelle eine Abkehr von der Stabilitätspolitik dar. Schwarz-Rot betreibe damit eine "Rückabwicklung der Agenda 2010", sagte der FDP-Politiker.

"Wir wollen die EU vereinfachen"

Mit Nachdruck wandte sich Lambsdorff gegen einen Ausstieg aus dem Euro. Wer dies fordere, täusche vor, dass man "schwierige Probleme mit einfachen Antworten lösen" könne. "Raus aus dem Euro - das klingt so einfach und ist so gefährlich", warnte Lambsdorff, ohne die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) konkret zu nennen. "Diese Leute gefährden nicht nur Europa, diese Leute gefährden Deutschland." Mit der FDP werde es "keine Rückkehr zum Nationalstaat" geben, aber auch keine "europäische Superbehörde".

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner kritisierte die AfD vor den Parteitags-Delegierten als "rückwärtsgewandte Truppe". Die FDP sei im Gegensatz zur AfD eine "Gestaltungskraft" in Europa. Zugleich forderte Lindner "mehr Realismus und Bürgernähe" der europäischen Institutionen. Die FDP hofft nach ihrem historischen Ausscheiden aus dem Bundestag, mit einem Erfolg bei der Europawahl einen neuen Aufschwung einleiten zu können.

In ihrem Programmentwurf zur Europawahl bekennen sich die Liberalen zu einer pro-europäischen Haltung. Sie fordern aber auch weniger EU-Bürokratie und eine Rückübertragung von Zuständigkeiten auf die nationale Ebene.

kha/AFP

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Schade
ks82 19.01.2014
Zitat von sysopDPADie Liberalen schicken Alexander Graf Lambsdorff ins Europa-Rennen. Die Delegierten stimmten mit gut 86 Prozent für den 47-Jährigen. In seiner Parteitagsrede warnte Lambsdorff vor überzogener Kritik am Euro. http://www.spiegel.de/politik/ausland/fdp-kuert-alexander-graf-lambsdorff-zum-euro-spitzenkandidaten-a-944366.html
Schon wieder nichts begriffen. Wieviel Agenda 2010 brauchen wir denn noch?
2. Lambsdorff
Kontra 19.01.2014
Lambsdorff, Lambsdorff,ach ja, jetzt hab ich's. War der Papa Otto ebenfalls ein FDP- Guru nicht ein rechtsmäßig verurteilter Steuerhinterzieher in der Flick-Affaire? Aber Verstorbenen soll man nichts böses nachsagen. Idologisch-politisch scheint er ja auf der gleichen Schiene zu fahren.
3. Diese Partei wir nicht gebraucht
spmc-122226439819235 19.01.2014
Mit dieser Art von Personalentscheidung geht diese Partei den Schritt über die Klippe,hoffentlich ist der Fall kurz und endgültig,diese Alternative braucht keine Wähler mehr.
4. Liebe FDP
Broeselbub 19.01.2014
falls ihr es noch nicht gemerkt habt. Der EURO macht die Menschen arm. Die Preise steigen in einem Rekordtempo. Die Löhne sinken. Achso Entschuldigung, ihr wart ja noch nie für den kleinen Mann da. Euer Metier sind eher Hotels und Unternehmen. Der EURO wurde geschaffen damit es den Unternehmen noch besser geht. Wir bleiben auf der Strecke. Warum wohl werdet ihr nicht mehr gewählt? Ihr seid die ewig gestrigen und ihr lernt auch nichts dazu. Bleibt wo ihr seid. Nämlich in der Versenkung. Da gehört ihr hin.
5. Wer, wen, wozu?
redbayer 19.01.2014
Wen interessiert denn das? Neuerdings ist die Presse wieder dran, unbedingt aus dem verloren Haufen FDP wieder etwas zu machen. Dabei haben alle gehofft von dieser Rösler Partei nie mehr was zu hören.
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