Feldzug gegen Saddam Gates widerspricht Greenspan - Irakkrieg nicht wegen Erdöl

Ein Einspruch von höchster Stelle: US-Verteidigungsminister Robert Gates hat dem früheren Notenbankchef Alan Greenspan widersprochen, wonach es den USA im Irak-Krieg vor allem um das Erdöl gehe.


Washington - Er habe viel Respekt vor Greenspan und kenne ihn schon sehr lange, aber er sei anderer Meinung, sagte Gates in einer Talkshow des US-Fernsehsenders ABC. Mit Blick auf den mittlerweile hingerichteten irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein sagte Gates, dass die USA gegen einen aggressiven Diktator vorgegangen seien. Saddam Hussein habe die gesamte Region destabilisiert und nach dem Besitz von Massenvernichtungswaffen gestrebt.

US-Verteidigungsminister Gates: Sorge um Stabilität der Golf-Region
AP

US-Verteidigungsminister Gates: Sorge um Stabilität der Golf-Region

Nicht der Zugriff auf Öl, sondern die Sorge um die Stabilität in der Golfregion sei also der Grund für den Irakkrieg gewesen, sagte Gates damit. Als der Feldzug 2003 begann, hatte die Regierung von US-Präsident George W. Bush freilich die angeblich bereits existierenden irakischen Massenvernichtungswaffen sowie die angebliche Kooperation zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk al-Qaida als Begründung genannt.

Der 81 Jahre alte Greenspan, der fast zwei Jahrzehnte lang die US-Notenbank führte, hatte zuvor mit kritischen Äußerungen über den Irak-Krieg für erheblichen Wirbel gesorgt. "Ich bin betrübt, dass es politisch unbequem ist, festzustellen, was jeder weiß: Im Irak-Krieg geht es im Wesentlichen um das Öl", heißt es in dem mit Spannung erwarteten Buch "The Age of Turbulence: Adventures in a New World", das am Montag offiziell auf dem US-Büchermarkt erscheint. Die großen US-Tageszeitungen haben bereits erste Rezensionen am Wochenende gedruckt.

yas/dpa

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