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Ukraine: Femen-Aktivistinnen in Donezk verschwunden

Sie protestierten mit Nacktaktionen gegen Prostitution und Sextourismus: Jetzt werden drei Aktivistinnen der ukrainischen Frauengruppe Femen im EM-Spielort Donezk vermisst.

Kiew - Von bis zu 15 Männern sollen die drei Frauen verfolgt worden sein. Am Freitagabend sind die Mitglieder der Protestgruppe Femen Alexandra Schwetschenko, Jana Tschanowa und Anna Bolschakowa in Donezk verschwunden. In der ost-ukrainischen Stadt fand am Freitag das EM-Spiel Frankreich gegen die Ukraine statt. "Das waren Spitzel des Geheimdienstes, keine normalen Polizisten", sagte Femen-Chefin Anna Hutsol.

Um die Verfolger abzuschütteln hätten sich die drei getrennt. Alexandra sei in einen Bus gestiegen, seit Nachmittag sei sie über ihr Handy nicht zu erreichen gewesen. Ab 17 Uhr brach auch der Kontakt zu den beiden anderen ab. Eine Anfrage bei der Donezker Polizeiverwaltung blieb ergebnislos: "Dort hat man keine von den drei Frauen verhaftet", sagte Hutsol.

Die Situation erinnert an den Kidnapping-Fall in Weißrussland. Mitte Dezember hatte die Gruppe dort gegen Präsident Alexander Lukaschenko protestiert. Danach waren die Frauen tagelang verschwunden, erst durch das Einschalten des ukrainischen Außenministeriums kamen die Aktivistinnen frei. Nur mit Jeans und T-Shirt bekleidet kamen sie am Flughafen in Kiew an, sie waren damals tagelang durch Weißrussland gefahren und verhört worden.

Femen prangert Prostitution und Sextourismus an. Ihre Mitglieder sind bei den öffentlichen Protestaktionen in der Regel nur halb oder leicht bekleidet.

kha/dapd/dpa

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