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Nach AKW-Besetzung: 55 Greenpeace-Aktivisten in Polizeigewahrsam

Protest von Greenpeace-Aktivisten: Für ihre Aktion mussten sie den Tag in Polizeigewahrsam verbringen Zur Großansicht
DPA

Protest von Greenpeace-Aktivisten: Für ihre Aktion mussten sie den Tag in Polizeigewahrsam verbringen

Mehrere Dutzend Aktivisten von Greenpeace sind auf das Gelände des französischen Atomkraftwerks Fessenheim gelangt. Den anschließenden Tag verbrachten sie in Gewahrsam. Der Grund: Hausfriedensbruch und gemeinschaftliche Sachbeschädigung.

Paris - 55 Atomkraftgegner von Greenpeace gelangten am Dienstag auf das Gelände des umstrittenen französischen AKW Fessenheim am Oberrhein. Den Tag darauf verbrachten sie in Polizeigewahrsam - wegen Hausfriedensbruchs und gemeinschaftlicher Sachbeschädigung. Das sagte der stellvertretende Staatsanwalt Philippe Vannier. Die Aktivisten sollten jedoch alle bis Mittwochabend freikommen.

Unter den Festgenommenen: 21 Deutsche und zwei Franzosen sowie Atomkraftgegner aus mehreren anderen Ländern, darunter der Schweiz. Das berichtete die Staatsanwaltschaft von Colmar. Ihnen werde Anfang September der Prozess gemacht. Die Aktivisten seien zwischen 25 und 30 Jahre alt und nicht vorbestraft.

Die Greenpeace-Aktivisten waren am frühen Dienstagmorgen auf das Gelände des Atomkraftwerks gedrungen. Nach Berichten französischer Medien entfalteten sie dort ein Banner, auf dem ein "Ende des Risikos für Europa" gefordert wurde. Mit der Aktion von Teilnehmern aus mehreren europäischen Ländern solle auf die "Gefahr durch alternde Atomkraftwerke in Europa" aufmerksam gemacht werden, teilte die Umweltorganisation mit.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nutzten die Aktivisten möglicherweise einen Lkw, um ein Tor zu durchbrechen. Sollten die Untersuchungen dies bestätigen, werde nicht nur wegen leichter, sondern zusätzlich auch noch wegen schwerer Sachbeschädigung ermittelt. Die Höchststrafe dafür liege bei fünf Jahren Haft und bis zu 75.000 Euro Geldstrafe, die für Hausfriedensbruch bei einem Jahr.

Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins fordern seit Jahren die Stilllegung des AKW in Frankreich. In ihrer Kritik verweisen sie etwa auf das Erdbebenrisiko im Rheingraben. Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren von Fessenheim wurden 1977 und 1978 in Betrieb genommen. Der sozialistische Präsident François Hollande hat die Stilllegung des AKW bis Ende 2016 versprochen.

vek/AFP

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1.
TS_Alien 19.03.2014
Die AKW-Wirtschaft funktioniert wie die Finanzwirtschaft. Kurzfristig werden Gewinne erwirtschaftet, für die langfristigen und absehbaren Folgen (finanziell und gesundheitlich) müssen die Bürger hinhalten. Die Endlagerung ist vermutlich gar nicht sicher möglich, teuer ist sie auf jeden Fall. Der Rückbau der AKWs wird ebenfalls Unsummen verschlingen. Das zahlen alles die Bürger, denn die ehemaligen AKW-Betreiber dürften dann - zumindest formal (und geplant!) - pleite sein. Wenn irgendwann in einigen Jahrhunderten eine Rechnung aufgemacht wird, sollte es keinen wundern, wenn der Atomstrom nachweisbar als extrem teuer und technischer Irrsinn entlarvt wird, der er auch ist. Und diese Betrachtungen haben noch nicht einmal etwas mit den bereits geschehenen und noch passierenden GAUs zu tun. Deren Folgen kommen noch obendrauf.
2. an 40 Jahre alte Betonruinen kann kaum noch was kaputt machen
Supertramp 19.03.2014
Diese für den Restbetrieb zusammengeflickten AKW Blöcke sollten mit ihren 40 Jahren endlich stillgelegt werden. Der Rückbau dauert nämlich auch ca. 50 Jahre. Für Frankreich sind Grenznahe AKW's an Deutschlands Flüssen eine Win Win Situation. Kontamination mit dem vorherrschenden Westwind raus nach Zentraleuropa und Abwärme direkt in den Fluss. Nur der Gewinn aus den Stromerlösen geht nach Frankreich...
3. Richtig so!
polarwolf14 19.03.2014
Die Festnahme befürworte ich, kann den Grund sowieso nicht verstehen... Atomstrom ist einfach günstig, relativ sicher, schont die Umwelt, immer verfügbar, ich sehe nur Vorteile. Bei guter Bauweise kann nichts passieren, immer diese Angst... AKW töten auch keine Vögel, sparen sogar Platz. Wir brauchen mehr AKW.
4. Unfug!
ostap 19.03.2014
Zitat von polarwolf14Die Festnahme befürworte ich, kann den Grund sowieso nicht verstehen... Atomstrom ist einfach günstig, relativ sicher, schont die Umwelt, immer verfügbar, ich sehe nur Vorteile. Bei guter Bauweise kann nichts passieren, immer diese Angst... AKW töten auch keine Vögel, sparen sogar Platz. Wir brauchen mehr AKW.
Das ist der größte Unfug, den ich in letzter Zeit über die Atomindustrie gelesen habe. Hoffenlich glauben Sie das selbst nicht, sondern sind aus begründetem Interesse einer der Atomfetischisten, denen Arbeitlosigkleit ab 2022 droht. Das wäre verständlich. Atomstrom ist die teuerste Art Strom zu erzeugen, die es heute gibt. Sogar mit allen staatlichen Subventionen zur Entsorgung des Mülls und der Freistellung von Haftung für eine GAU ist Atomstrom schon heute teurer als EE-Strom. England liefert das beste Beispiel: Die Chinesen sollen dort einen Atommeiler errichten, machen das aber nur, wenn sie einen für 35 Jahre (!) garantierten Einspeisetarif von 12c/kWh PLUS Inflationsausgleich erhalten. Günstig ist anders.
5. optional
thiak 19.03.2014
Wie das nun mal in Demokratien so läuft...egal welche Frage...10% haben Ahnung, 20-30% kennen jemand mit Ahnung und der Rest hat keine...und die Mehrheit entscheidet...so wird immer die schlechtest mögliche Wahl sichergestellt....und die Mehrheit scheint gegen Atomstrom, weil schlechte Politik und Panikmache gut zusammen funktionieren. Nennen Sie doch mal REALE Alternativen zu Atomstrom! Kohle oder Erdöl verbrennen? Deutschland mit Solarzellen und Windtürmen zupflastern, deren Herstellung kurzfristig nochmal drastig den Energiebedarf steigen liesse. Zugegeben, langfristig ist Atom auch nicht der Weisheit letzter Schluss, da gibt es eigentlich kaum Alternativen zu regenerierbarer Energie, aber bis dahin brauchen wir MODERNE Atomanlagen die uns den Umstieg ermöglichen. Die andere Option ist, wir alle gehen zu Fuss und hören auf zu heizen...und zu produzieren auch.
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