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Festnahmen: Israel macht Teenager für Mord an Siedlern verantwortlich

Das jüngste Opfer war ein Säugling: Der Mord an einer Siedlerfamilie im Westjordanland hat den Nahost-Konflikt neu angefacht. Nun meldet Israel die Festnahme der Täter - sie sollen erst 18 und 19 Jahre alt sein.

Festnahme in Awarta: Die Armee nahm Blut- und Speichelproben Zur Großansicht
DPA

Festnahme in Awarta: Die Armee nahm Blut- und Speichelproben

Jerusalem - Der grausame Mord an einer fünfköpfigen Siedlerfamilie im Westjordanland scheint aufgeklärt zu sein: Israelische Ermittler hätten die beiden mutmaßlichen palästinensischen Täter festgenommen, berichtete der israelische Rundfunk am Sonntag. Die 18 und 19 Jahre alten Verdächtigen sind bereits seit vergangener Woche in Haft, die Behörden hatten jedoch zunächst eine Nachrichtensperre verhängt.

Den beiden Palästinensern wird vorgeworfen, am Abend des 11. März in die südlich von Nablus gelegene Siedlung Itamar eingedrungen und dort die fünfköpfige jüdische Familie Fogel getötet zu haben. Das jüngste Opfer war ein drei Monate alter Säugling. Das grausame Verbrechen war weltweit verurteilt worden - auch von der gemäßigten Palästinenserführung in Ramallah. Die israelische Regierung reagierte auf die Tat, indem sie den Bau neuer Siedlungen ankündigte.

"Sie haben die Tat zugegeben, dass sie die Kinder erstochen haben, den Elfjährigen, den Vierjährigen, die Eltern und am Ende den Säugling", sagte ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben brachen die mutmaßlichen Täter zunächst in ein anderes Haus ein, das jedoch leer gewesen sei. Bei ihnen seien auch ein Sturmgewehr und Munition gefunden worden, die sie aus dem Haus der Fogels gestohlen hätten.

Die Festgenommenen stammen laut Medienberichten aus dem arabischen Dorf Awarta, das nur knapp zwei Kilometer von Itamar entfernt liegt. Die Männer mit gleichlautendem Nachnamen seien offenbar verwandt, sagte der Polizeisprecher, man wisse aber nicht, wie eng. Fünf weitere Familienmitglieder seien als mutmaßliche Komplizen ebenfalls verhaftet worden. Angeblich hat die Familie Verbindungen zur marxistischen Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Israelische Ermittler hatten unmittelbar nach der Tat eine Ausgangssperre über Awarta verhängt. Anschließend mussten die Bewohner laut Bürgermeister Kais Awad Blut- und Speichelproben sowie Fingerabdrücke abgeben.

dab/Reuters/AP/dpa

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