Feuergefecht Deutscher und Niederländer im Irak getötet

Ein Deutscher und ein Niederländer sind im Irak getötet worden. Das Fahrzeug der beiden Wasserbauingenieure wurde in der Nähe der irakischen Stadt Mussajab unter Beschuss genommen.


Irak: Am Montag wurden in Mossul amerikanische Zivilisten getötet
REUTERS

Irak: Am Montag wurden in Mossul amerikanische Zivilisten getötet

Hamburg - Die beiden Ingenieure seien nach dem Angriff am Rande der Stadt Mussajab, 70 Kilometer südlich von Bagdad, in ein Krankenhaus gebracht und in der dortigen Leichenhalle aufgebahrt worden, teilte das US-Militär mit. Zunächst hatte es geheißen, bei beiden Toten handele es sich um Deutsche. Es war das erste Mal seit dem Krieg, dass ein Deutscher im Irak getötet wurde.

Ein weiterer Deutscher wurde verwundet. Bei dem Angriff kamen auch zwei Iraker ums Leben. Dabei handele es sich um den Fahrer und einen Polizisten, hieß es. Die Täter schossen nach Angaben der Polizei mit automatischen Waffen auf das Fahrzeug. In Musajeb gibt es mehrere Straßensperren, an denen Pilger und andere Reisende kontrolliert werden, die in die schiitische Pilgerstadt Kerbela fahren.

Das Auswärtige Amt in Berlin wollte die Identität der Opfer zunächst nicht bestätigen, wies aber daraufhin, dass die deutsche Vertretung in Bagdad eingeschaltet worden sei.

Bei den Opfern soll es sich um Wasserbauexperten einer Pumpenfirma handeln, die einen gewerblichen Auftrag von der irakischen Seite erhalten hat. Das Technische Hilfswerk (THW) in Bonn verwies darauf, dass es sein Personal bereits Ende Februar aus dem Irak abgezogen habe. "Es sind keine THW-Mitarbeiter", sagte eine THW- Sprecherin.

Polizeichef A'Ajed Omran berichtete, die Opfer hätten an dem See al-Rassasa südlich von Kerbela an einem Wasserprojekt gearbeitet. Sie hätten Waffen getragen, weil sie in dem Gebiet schon einmal angegriffen worden seien. Das polnische Militär, das für dieses Gebiet zuständig ist, bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Über die Gründe des Angriffs ist bisher nichts bekannt. Möglicherweise handele es sich um eine neue Terrorwelle, die sich gezielt gegen ausländische Zivilisten richtet, hieß es.

Erst am gestrigen Montag töteten Unbekannte in der nordirakischen Stadt Mossul vier amerikanische Zivilisten, die für eine christliche Hilfsorganisation arbeiteten.



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