Kuba Putin kommt nicht zu Castros Beerdigung

Wladimir Putin sah in Fidel Castro einen "lieben Freund" und bedauerte den Tod des kubanischen Revolutionsführers. Zur Beerdigung schickt der russische Präsident aus Zeitmangel aber nur eine Delegation.

Putin und Castro bei einem Treffen 2014
AFP/ Alex Castro/ www.cubadebate.cu

Putin und Castro bei einem Treffen 2014


Wladimir Putin wird nicht an der Beerdingung von Fidel Castro teilnehmen. Der Zeitplan des russischen Präsidenten sei zu voll, er müsse sich auf eine große Rede vorbereiten, teilte ein Kreml-Sprecher mit. Stattdessen werde eine russische Delegation um Parlamentssprecher Vyacheslav Volodin zur Trauerfeier nach Kuba reisen.

Der kubanische Revolutionsführer Castro war am vergangenen Freitag im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hatte das Land 47 Jahre regiert und sich 2006 aus der aktiven Politik zurückgezogen. Er empfing aber weiterhin Staatsgäste in seinem Haus und äußerte sich in der Parteizeitung "Granma". Er soll am Sonntag in Santiago de Cuba beigesetzt werden. Dann endet die neuntägige Staatstrauer.

Putin und Castro verband eine Freundschaft. In einem Beileidstelegramm würdigte der russische Präsident Castro nach dessen Tod als herausragenden Staatsmann. "Er gilt zurecht als Symbol einer ganzen Ära der Zeitgeschichte", schrieb Putin laut Kreml-Angaben. "Fidel Castro war ein aufrechter und zuverlässiger Freund Russlands". Auch zum 90. Geburtstag hatte Putin seinem "lieben Freund" im August noch schriftlich gratuliert.

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Nordkorea reagierte mit einem ungewöhnlichen Schritt auf den Tod des kubanischen Revolutionsführers. Das Regime verhängte eine dreitägige Staatstrauer. Die Flaggen an staatlichen Gebäuden wehten Augenzeugen zufolge auf halbmast. Diktator Kim Jong Un soll zudem eine Delegation ranghoher Beamter zur Trauerfeier nach Kuba geschickt haben.

"Lang lebe Kamerad Fidel Castro"

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Auf Kuba gedachten die Streitkräfte Castro am Montag mit 21 Kanonenschüssen. Bis Sonntag werde stündlich ein weiterer Kanonenschuss abgefeuert werden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Für Dienstag ist außerdem eine Massenkundgebung zu Ehren Castros geplant. Danach soll seine Urne in einem viertägigen Trauerzug über verschiedene Städte und Ortschaften zur 900 Kilometer von Havanna entfernten Stadt Santiago de Cuba gebracht werden. (Lesen Sie hier, was Castros Tod für Kubas Zukunft bedeutet)

brk/dpa/AP

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