Finanzkrise Pentagon-Chef Gates kündigt Sparkurs an

Der US-Senat hat ein Billionen-Rettungspaket verabschiedet, die Regierung sucht nach Sparmöglichkeiten: Verteidigungsminister Gates spricht von "schwierigen Entscheidungen" - und will die Erneuerung der Kampfflugzeugflotte prüfen.


New York - Die Folgen der weltweiten Finanzkrise beeinträchtigen möglicherweise den Verteidigungshaushalt der USA. Verteidigungsminister Robert Gates sagte am Dienstag in Washington, das Pentagon stehe vor "schwierigen Entscheidungen" und suche bereits nach Einsparpotenzialen für das kommende Haushaltsjahr. Unter anderem werde die Erneuerung der Kampfflugzeugflotte vom Typ F-22 auf den Prüfstand gestellt.

Bereits am Montag hatte US-Generalstabschef Michael Mullen gesagt, dass sich das Militär "höchstwahrscheinlich" auf Kürzungen einstellen muss. Im Haushaltsjahr 2009 betrug das Budget des Pentagon 515 Milliarden Dollar (400 Milliarden Euro), die Kriege im Irak und in Afghanistan nicht eingerechnet.

Derweil wurde aus dem US-Verteidigungsministerium Besorgnis über den technischen Fortschritt Irans laut. Die iranische Satellitentechnik etwa sei "rudimentär, aber beunruhigend", sagte General James Cartwright am Dienstag in Washington. Die Technologie könne auch zum Abschuss von militärischen Raketen benutzt werden. Iran sei auf dem Weg zu eigenen Langstreckenraketen, warnte Cartwright.

Iran hatte in der vergangenen Woche zum 30-jährigen Jubiläum der Islamischen Revolution nach eigenen Angaben seinen ersten selbstgebauten Satelliten im All ausgesetzt. Der Satellit Omid ("Hoffnung") sei mit einer Safir-2-Rakete ins Weltall gebracht worden. Teheran beteuerte, mit dem Abschuss keinerlei militärische Ziele zu verfolgen.

Laut CNN liegen den USA zudem Hinweise auf Aktivitäten in einer nordkoreanischen Raketenanlage vor. Dies könnte auf den geplanten Test einer Interkontinentalrakete vom Typ Taepodong-2 hindeuten. Die Lage werde genau beobachtet, wurden namentlich nicht genannte Pentagon-Beamte zitiert. Demnach haben US- Satelliten nahe einer Abschussrampe die "Bewegung" von technischer Ausrüstung verzeichnet, die üblicherweise zur Beobachtung von Raketenstarts eingesetzt wird.

cte/dpa/Reuters/AFP

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