Finanzspritze für Diktator China hilft Weißrussland mit Milliardenkredit

Weißrussland ist so gut wie pleite - jetzt unterstützt China den planwirtschaftlich geführten Staat: Für Industrie- und Verkehrsprojekte gewährt die Volksrepublik dem Regime von Diktator Lukaschenko einen Kredit. Es geht um mehr als eine Milliarde Dollar.

Weißrusslands Machthaber Lukaschenko: Schwere wirtschaftliche Krise
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Weißrusslands Machthaber Lukaschenko: Schwere wirtschaftliche Krise


Minsk - Der Wirtschaftsriese China sorgt für das kleine, hochverschuldete Weißrussland von Diktator Alexander Lukaschenko: Zur Finanzierung von drei Projekten unterschrieben die chinesische Export-Import-Bank und die weißrussische Regierung eine Kreditvereinbarung über 1,058 Milliarden Dollar (731 Millionen Euro). Das teilte der weißrussische Vizeregierungschef Anatoli Kosik in Minsk mit.

Mit dem Milliardenkredit sollen eine Zellstofffabrik gebaut, eine Autobahn renoviert sowie eine Eisenbahnstrecke elektrifiziert werden. Derzeit werde darüber diskutiert, ob Weißrussland das Darlehen durch den Export von Zellulose zurückzahlen könnte, sagte Kosik.

Weißrussland steckt in der schwersten Finanzkrise seit seiner Unabhängigkeit vor 20 Jahren und ist stark auf Auslandskredite angewiesen. Erst vor kurzem hatte die von Russland kontrollierte Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft dem Land drei Milliarden Dollar Kredit über die nächsten drei Jahre bewilligt. Moskau stellte aber die Bedingung, dass das seit fast 17 Jahren planwirtschaftlich geführte Weißrussland wichtige Betriebe privatisieren müsse.

"Legen Sie mir das Geld auf den Tisch"

Die Regierung in Minsk strebt an, das Haushaltsdefizit zu halbieren. Sie will Staatseigentum verkaufen, um neue Hilfen zu erhalten, und bemüht sich um Milliardenkredite des Internationalen Währungsfonds. Der IWF hatte dem Land bereits 2009 einen Kredit über 3,46 Milliarden Dollar gewährt.

Zuletzt hatte Diktator Lukaschenko erklärt, den Düngemittelhersteller Belaruskali für 30 Milliarden US-Dollar komplett verkaufen zu wollen. "Legen Sie mir das Geld auf den Tisch, dann sind Sie morgen Chef des Unternehmens", sagte Lukaschenko am vergangenen Freitag. Bisher hieß es, die autoritäre Führung wolle höchstens die Hälfte des Unternehmens veräußern. "Mit 30 Milliarden Dollar können wir drei andere Unternehmen wie Belaruskali mit neuer Technologie aufbauen und haben noch Geld übrig für das Volk", sagte Lukaschenko. Es gebe Interessenten, er habe allerdings noch mit niemandem verhandelt.

anr/Reuters/AFP/dpa



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kundennummer 14.06.2011
1. China wechselt Assetklasse
Zitat von sysopWeißrussland ist so gut wie pleite - jetzt unterstützt China den planwirtschaftlich geführten Staat: Für Industrie- und Verkehrsprojekte gewährt die Volksrepublik dem Regime von Diktator Lukaschenko einen Kredit. Es geht um mehr als eine Milliarde Dollar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,768327,00.html
Das erfolgreiche Konzept "Grüne Krätze für Produktivmittel" wird weiter angewendet. Chinas "kommunistische" Regierung handelt tatsächlich im Sinne seiner Bevölkerung. Eine Politik die im ach-so-freien Westen undenkbar geworden ist.
stefanaugsburg 14.06.2011
2. Diktator und 'Wohl des Volkes' ?
"Mit 30 Milliarden Dollar können wir drei andere Unternehmen wie Belaruskali mit neuer Technologie aufbauen und haben noch Geld übrig für das Volk", sagte Lukaschenko ... Da kann ich ja wohl nur laut lachen, seit wann interessiert diesen Mann das Wohl seines Volkes? Er ist einer der letzten osteuropäischen Diktatoren und es wird Zeit, daß er abtritt. Aber vorher kann m,an sich ja noch einmal die eigenen Taschen und die seiner Sippe vollstopfen, damit man gut gepolstert ist für den Tag X .... :-)
Lonsinger 14.06.2011
3. Chinesische Sparsamkeit
Zitat von sysopWeißrussland ist so gut wie pleite - jetzt unterstützt China den planwirtschaftlich geführten Staat: Für Industrie- und Verkehrsprojekte gewährt die Volksrepublik dem Regime von Diktator Lukaschenko einen Kredit. Es geht um mehr als eine Milliarde Dollar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,768327,00.html
Eine Milliarde? Da sollte sich China mal ein Beispiel an Mutti nehmen. An HRE, Griechenland und dergl. gemessen ist das nur ein Zehntel des Trinkgeldes. Mutti ist die Größte, mit ihrem Wolfi zusammen. Das sind die deutschen Entwicklungsgelder für China aus drei Jahren.
e-ding 14.06.2011
4. ...
Konsequente und logische Verfolgung chinesischer Interessen durch China. Das sind zwar nicht unsere Interessen aber eine vergleichbare stringente Vorgehensweise würde uns gut tun.
frubi 14.06.2011
5. .
Zitat von sysopWeißrussland ist so gut wie pleite - jetzt unterstützt China den planwirtschaftlich geführten Staat: Für Industrie- und Verkehrsprojekte gewährt die Volksrepublik dem Regime von Diktator Lukaschenko einen Kredit. Es geht um mehr als eine Milliarde Dollar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,768327,00.html
China macht doch nur das, was unsere Regierung auch gerne tun würde wenn da nicht die kritsiche Öffentlichkeit wäre oder die lästigen Wahlen.
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