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Finanztransaktionssteuer: Cameron warnt Sarkozy vor "verrückten" Plänen

Den Seitenhieb auf Nicolas Sarkozy konnte sich der britische Premier David Cameron nicht verkneifen: Er nannte die von Frankreichs Präsident angekündigte Einführung der Finanztransaktionssteuer "verrückt". Freudig hieß der britische Premier französische Banken in seinem Land willkommen.

David Cameron: "Dann können wir viele französische Banken willkommen heißen" Zur Großansicht
AFP

David Cameron: "Dann können wir viele französische Banken willkommen heißen"

Brüssel - Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy will die Finanztransaktionssteuer einführen, der britische Premier David Cameron warnt ihn vor den Folgen dieses Vorhabens. In Zeiten der Wirtschaftskrise sei die Einführung einer solchen Steuer "verrückt" und "außergewöhnlich", sagte Cameron nach dem EU-Gipfel in Brüssel.

Im "Geiste des gesunden Wettbewerbs" stehe französischen Banken und Unternehmen in Großbritannien die Tür offen: "Dann können wir viele französische Banken in Großbritannien willkommen heißen", so Cameron - mit einem ironischen Seitenhieb auf Sarkozy.

Der französische Präsident, der sich derzeit im Wahlkampf befindet, hatte zuvor angekündigt, dass der Steuersatz 0,1 Prozent betragen und ab August in Kraft treten soll. Die Diskussion um die Transaktionssteuer sorgte innerhalb der EU für Streit.

In Deutschland stößt eine Einführung der Steuer nur im Kreis der Euro-Länder in der FDP auf Widerstand. Einen gemeinsamen deutsch-französischen Vorstoß hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Treffen mit Sarkozy in Berlin vor drei Wochen abgelehnt.

Die Union lobte Sarkozys Ankündigung, auf nationaler Ebene eine Finanztransaktionssteuer einzuführen. "Frankreich schiebt die Debatte an und das ist gut so", sagte der finanzpolitische Sprecher der Union, Klaus-Peter Flosbach, der "Berliner Zeitung". CDU und CSU verfolgten allerdings weiter das Ziel, eine EU-weite Lösung zu finden. "Wenn in der EU genügend Staaten zusammen kommen, können sich auch die Briten dem Vorhaben nicht verschließen", so Flosbach.

Die Steuer ist eine Abgabe auf Börsengeschäfte und soll Spekulanten bremsen, Zusammenbrüche der Finanzwirtschaft verhindern sowie die Staatskassen füllen.

heb/AFP/dapd

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1. Der einzige Grund
zynisch 31.01.2012
Zitat von sysopDen Seitenhieb auf Nicolas Sarkozy konnte sich der britische Premier David Cameron nicht verkneifen: Er nannte die von Frankreichs Präsident angekündigte Einführung der Finanztransaktionssteuer "verrückt". Freudig hieß der britische Premier französische Banken in seinem Land willkommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812413,00.html
Warum Cameron so öffentlich warnt, ist die Tatsache, dass ihm und seinen "Auftraggebern" der Popo vor dem Hintergrund auf Grundeis geht, dass sich dieses Vorhaben europaweit durchsetzen könnte. Wäre das wirklich eine so unsinnige Idee ohne Zukunft, würde doch keiner der Nutznießer des jetzigen Systems kritik üben - im Gegenteil.
2. Alles im Griff
tatsaechlich 31.01.2012
Zitat von zynischWarum Cameron so öffentlich warnt, ist die Tatsache, dass ihm und seinen "Auftraggebern" der Popo vor dem Hintergrund auf Grundeis geht, dass sich dieses Vorhaben europaweit durchsetzen könnte. Wäre das wirklich eine so unsinnige Idee ohne Zukunft, würde doch keiner der Nutznießer des jetzigen Systems kritik üben - im Gegenteil.
Ganz Ihrer Meinung. Es ist so offensichtlich wie ein paar tausend Banker (und deren Klienten) das Land im Griff haben und verhindern, dass das über die Transaktionssteuer eingetriebene Geld dem ganzen Land zugeführt wird.
3. Niemand braucht die Briten!
wollhelm 31.01.2012
Zitat von sysopDen Seitenhieb auf Nicolas Sarkozy konnte sich der britische Premier David Cameron nicht verkneifen: Er nannte die von Frankreichs Präsident angekündigte Einführung der Finanztransaktionssteuer "verrückt". Freudig hieß der britische Premier französische Banken in seinem Land willkommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812413,00.html
Warum die Briten immer noch in der EU sind ist, profitieren, profitieren und nochmals profitieren – zurück kam von der Insel bisher noch nichts. Europa wäre reicher ohne die europafeindlichen Briten. Auch wenn der eine oder andere jetzt aufschreit, aber man sollte ernsthaft über einen Ausschluss nachdenken!
4. Der Plan ist verrückt...
chrimirk 31.01.2012
Zitat von sysopDen Seitenhieb auf Nicolas Sarkozy konnte sich der britische Premier David Cameron nicht verkneifen: Er nannte die von Frankreichs Präsident angekündigte Einführung der Finanztransaktionssteuer "verrückt". Freudig hieß der britische Premier französische Banken in seinem Land willkommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812413,00.html
...aber im Sinne des deutschen "Verrückens", soll heissen mit 0,1 % viel zu niedrig ausgefallen. Sie müsste vie höher liegen, denn was soll sie bewirken? Eindämmung der Betrugsmanipulationen an den Börsen. Also muss es weh tun. Und wenn daraufhin die Anzahl der "Transaktionen" drastisch sinkt? Na eben, das soll auch so sein! Immerhin muss Herrn Sarkozy gratuliert werden, solch eine Steuer überhaupt einführen zu wollen. Unsere Mutti sollte sofort konzertiert mit eingreifen und solche Steuern auch in D. einführen. Der Ertrag könnte z. B. in die deutsche Verkehrs-Infra-Struktur fliessen.
5. GB = Weidenbeisser!
chrimirk 31.01.2012
Zitat von wollhelmWarum die Briten immer noch in der EU sind ist, profitieren, profitieren und nochmals profitieren – zurück kam von der Insel bisher noch nichts. Europa wäre reicher ohne die europafeindlichen Briten. Auch wenn der eine oder andere jetzt aufschreit, aber man sollte ernsthaft über einen Ausschluss nachdenken!
Schade, dass GB keinen wirklichen, positiven Beitrag zu Europa zu leisten im Stande ist. Die Tommys sind scheinbar in jeder Hinsicht erschöpft. Unser Aussenminister könnte dort mal nach den Anzeichen einer "spätenglichen/britischen Dekadenz" Ausschau halten, er kennt sich schliesslich aus. Und: Selbst die Schotten sind nicht mehr so ganz von UK überzeugt.
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Staatsoberhaupt:
François Hollande

Regierungschef: Manuel Valls

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