Finnland Amtsinhaber Niinistö gewinnt Präsidentschaftswahl

Favorit und Amtsinhaber Sauli Niinistö hat wie erwartet die Präsidentschaftswahl in Finnland für sich entschieden - und das schon in der ersten Wahlrunde. Die Wähler stimmten mit großer Mehrheit für ihn.

Sauli Niinistö
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Sauli Niinistö


Die Wähler in Finnland haben Präsident Sauli Niinistö in der ersten Wahlrunde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Der 69-jährige Konservative, der als unabhängiger Kandidat antrat, kam am Sonntag nach Auszählung der Hälfte der abgegebenen Stimmen auf rund 62 Prozent. Damit hat Niinistö die absolute Mehrheit erreicht und muss sich nicht bei einer Stichwahl antreten. Er kann nun weitere sechs Jahre im Amt bleiben.

Niinisto gilt als populärster finnischer Präsident seit Jahrzehnten. Ihm gelang es als erstem Kandidaten seit Einführung des Stichwahlsystems in Finnland im Jahr 1994, gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erreichen. "Ich bin überrascht und bewegt von dieser großen Unterstützung", sagte der Präsident in Helsinki. Auf dem zweiten Platz landete der Grünen-Kandidat Pekka Haavisto. Er erhielt rund zwölf Prozent.

Niinistö hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten 2012 nicht nur mehrere Ministerämter inne, sondern war auch Parlamentspräsident. Der aus einer Arbeiterfamilie stammende Jurist hatte sich in seiner ersten Amtszeit um eine Annäherung des EU-Mitglieds Finnland an die Nato bemüht, ohne dabei seinen Nachbarn Russland zu verärgern.

Trotz der Ukrainekrise um die Krim-Halbinsel 2014 pflegt Niinistö gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Finnland teilt sich mit Russland eine lange Grenze. Erst 1917 löste sich das Land von Russland und wurde unabhängig. In der geografischen Lage liegt auch die besondere Herausforderung Finnlands in der Außenpolitik: Seit jeher versuchen finnische Staatschefs, einen westlich orientierten Kurs zu fahren, ohne Russland zu verprellen. Dieser Tradition fühlt sich auch Niinisto verpflichtet.

mja/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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tosi01 28.01.2018
1. Paljon onnea
Paljon onnea Suomi, ja kaikki hyvin toivottan Torsten Saksasta. Herzlichen Glückwunsch Finnland, alles Gute wünscht Torsten aus Deutschland.
jojack 28.01.2018
2. Unter Putins Fuchtel
Finnland musste auch stets befürchten, dass es von Russland wieder einverleibt wird. Da wähnt man sich mit einer Beschwichtigungspolitik am sichersten. Das Risiko einer wirklich souveränen Außenpolitik kann sich Finnland schlicht nicht leisten.
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