Finnland Polizei setzt Putin versehentlich auf Verdächtigen-Liste

Den finnischen Behörden ist ein peinlicher Fehler passiert: Der russische Präsident Wladimir Putin stand tagelang auf einer Liste gesuchter Verdächtiger - zusammen mit mutmaßlichen Straftätern. Der Polizeichef spricht von einem "schweren Irrtum".

Russlands Präsident Putin: Unter Schwerverbrechern
AFP

Russlands Präsident Putin: Unter Schwerverbrechern


Helsinki - Die finnische Polizei hat den Namen des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf eine schwarze Liste mutmaßlicher Straftäter gesetzt - versehentlich, wie sie nun beteuert.

Die elektronische Datenbank enthält die Namen von Personen, die im Verdacht stehen, mit dem organisierten Verbrechen gemeinsame Sache zu machen. Es handelt sich um Verdächtige von Straftaten, auf die mindestens sechs Monate Haft stehen. Die Polizei im ganzen Land kann Berichten zufolge auf die Liste zugreifen. Rund 1000 Polizisten sollen Zugang gehabt haben, die unter anderem geheimdienstliche Informationen über Verdächtige beinhaltet.

Ein peinlicher Vorfall, dazu diplomatisch brisant. Denn Putin hätte theoretisch von der finnischen Polizei festgenommen werden können.

Die Behörden in Finnland überboten sich am Donnerstag denn auch mit Erklärungen. "Ein Versehen", erklärte ein Polizeisprecher. Dass Putin auf der Liste gelandet sei, habe keinen juristischen Grund. Auch der Chef der Polizei Mikko Paatero sprach von einem "schweren Irrtum", von einem "extrem außergewöhnlichen Vorfall", der "unter keinen Umständen" hätte passieren dürfen.

Die finnische Innenministerin Paivi Rasanen ließ eine Entschuldigung an Putin übermitteln: Das Innenministerium sei "sehr besorgt" über den Vorfall.

Den Behörden zufolge tauchte Putins Name vor rund zwei Wochen auf der internen Liste auf. Am Mittwoch sei er aus der Datenbank gestrichen worden. Wie genau der Name des russischen Staatschefs auf die Liste gelangte, ist bisher ungeklärt.

Der finnische TV-Sender MTV3 hatte von der Ermittlungspanne und der Verbindung zu den "Nachtwölfen" berichtet. Putin hatte sich in der Öffentlichkeit immer wieder mit Mitgliedern des russischen Motorradclubs gezeigt.

Die Polizei hat nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der russische Präsident habe gelassen reagiert und betont, dass die Behörden den Eintrag rasch gelöscht und sich entschuldigt hätten, zitierten finnische Medien einen Sprecher Putins.

heb/kgp/AP/AFP/dpa



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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
OneTwoThree 11.04.2013
1. Versehen?
Es dürfte mehr ein Versehen sein, wenn er von dieser Liste wieder gestrichen wird ;)
rachido 11.04.2013
2. hahaha
insgeheim wird dieser despot also doch als Verbrecher gelistet
chagall1985 11.04.2013
3. Ich lach mich schlapp
Zitat von sysopAFPDen finnischen Behörden ist ein peinlicher Fehler passiert: Der russische Präsident Wladimir Putin stand tagelang auf einer Liste gesuchter Verdächtiger - zusammen mit mutmaßlichen Straftätern. Der Polizeichef spricht von einem "schweren Irrtum". http://www.spiegel.de/politik/ausland/finnlands-polizei-setzt-putin-versehentlich-auf-schwarze-liste-a-893803.html
Die panne wird wahrscheinlich nicht die Tatsache sein, dass er auf die Liste draufgekommen ist. Die Panne liegt darin, dass er nicht sofort wieder runtergenommen wurde. Jetzt mal ehrlich wer glaubt den bitte ernsthaft das Putin nicht auf eine Liste mit Menschen gehört die mit organisierter Kriminalität zu tun haben und Straftaten mit mindestens 6 Monaten Freiheitsentzug begangen haben. Fraglich ist für mich lediglich ob er das auch in Finnland getan hat. lach
Anton T 11.04.2013
4. kein Versehen
"Die elektronische Datenbank enthält die Namen von Personen, die im Verdacht stehen, mit dem organisierten Verbrechen gemeinsame Sache zu machen." Dem deutschen Mafiaexperten Jürgen Roth zufolge kontrollierte die Tambowskaja-Mafia 70 Prozent des wirtschaftlichen Lebens in Sankt Petersburg. Dies auch, so Roth, dank Wladimir Putin, der zumindest früher gute Kontakte zu führenden Figuren der Organisation unterhielt. Mafia-Boss und Uefa-Cup: Großmaul oder Großmanipulator? - Sport | STERN.DE Mobile (http://mobil.stern.de/sport/fussball/mafia-boss-und-uefa-cup-grossmaul-oder-grossmanipulator-641049.html) Auf der Liste der Finnen darf der Name Putin also nicht fehlen. Und von einem Versehen sollte auch nicht die Rede sein. Putin IST fester Teil des organisierten Verbrechens in Russland. Im Kreml regiert die Mafia.
KhunMick 11.04.2013
5. Der Skandal...,
...ist nicht, dass er auf die Liste kam.... Der Skandal ist, dass er mit tiefen "Bücklingen" wieder VON der Liste gekommen ist. Fast glaubte ich, die Finnen hätten Eier....
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