Flüchtlinge in der EU 30.000 Menschen kamen im Januar übers Mittelmeer

Trotz des Winterwetters haben sich 2016 schon Zehntausende Menschen von der Türkei aus in die EU aufgemacht, die meisten per Boot. Im Januar kamen 87 Menschen bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben.

Flucht geglückt: Ein Afghane hilft seiner Tochter am Strand der griechischen Insel Chios
AP/dpa

Flucht geglückt: Ein Afghane hilft seiner Tochter am Strand der griechischen Insel Chios


In den ersten 17 Tagen dieses Jahres sind nach Uno-Angaben bereits mehr als 30.000 Hilfesuchende aus der Türkei nach Griechenland gekommen. Zum Vergleich: Im gesamten Januar 2015 waren es knapp 1700.

Erst im Sommer waren die Zahlen der Flüchtlinge allerdings sprunghaft angestiegen. 87 Menschen sind seit dem 1. Januar bereits im Mittelmeer ertrunken oder werden vermisst, wie das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) weiter mitteilte.

In der griechischen Hafenstadt Piräus trafen am Dienstag nach Angaben der Küstenwache 831 Flüchtlinge an Bord von zwei Fähren von den Inseln Lesbos, Chios und Kos ein. Dorthin waren sie vom türkischen Festland gelangt. Ein großer Teil der Menschen zieht in der Regel binnen weniger Tage weiter über die Balkanroute nach Mittel- und Nordeuropa.

Um unkontrollierte Wanderungsbewegungen zu verhindern, will die EU sogenannte Hotspots einrichten, um Migranten frühzeitig zu registrieren und sie dann europaweit gleichmäßig zu verteilen. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos kündigte an, die ersten Verteilzentren in Italien und Griechenland sollten in vier Wochen einsatzbereit sein.

cht/dpa



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