Politik

Anzeige

Migration

Griechische Ägäis-Inseln vor dem Flüchtlingskollaps

Knapp 6400 Menschen können auf den griechischen Ostägäis-Inseln aufgenommen werden - mittlerweile sind es aber mehr als 20.000. Die Behörden sind überfordert, es droht die Schließung von Aufnahmelagern.

REUTERS

Flüchtlinge vor Lesbos (Archiv)

Montag, 10.09.2018   16:23 Uhr

Anzeige

Griechenland ist am Limit: Die Lage in den Aufnahmelagern in der Ostägäis wird für Flüchtlinge immer kritischer. Inzwischen seien dort mehr als 20.000 Menschen untergebracht, teilte das Migrationsministerium in Athen mit.

Die Lager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos haben aber nur eine Aufnahmekapazität für 6338 Menschen. Als im März 2016 das EU-Türkei-Abkommen zur Rückführung der Migranten in Kraft trat, lebten in den Lagern der Ägäis-Insel etwa 5800 Menschen.

Anzeige

Migrationsminister Dimitris Vitsas hatte vergangene Woche die Lage als "grenzwertig" charakterisiert. Nach Angaben des Ministers wurden zwischen dem 1. Mai und Ende August bereits 3950 Flüchtlinge zum griechischen Festland gebracht. Im gleichen Zeitraum seien aber 5450 neue Migranten aus der Türkei angekommen.

Es stinke fürchterlich

Am schlimmsten ist die Situation im Lager von Moria auf Lesbos. Dort harren 8780 Flüchtlinge aus - Platz gibt es aber eigentlich nur für 3000 Menschen. "Wir geben dem Staat noch 30 Tage. Dann werden wir das Lager schließen", sagte die Regionalgouverneurin der Region dieser Inseln, Christiana Kalogirou, im Rundfunk.

Anzeige

Die Abwässer flössen bereits auf die umliegenden Felder. Es stinke fürchterlich, berichteten Mitarbeiter humanitärer Organisationen. Zuvor hatte der Bürgermeister von Lesbos in einem Brandbrief an den Migrationsminister gewarnt: Die Geduld der Einwohner habe "ihre Grenzen erreicht", es drohe eine "soziale Explosion."

dop/dpa

Weitere Artikel
Anzeige
© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH