Antonio Tajani EU-Parlamentspräsident will Ungarn beim Grenzschutz helfen

Die meisten EU-Politiker liegen mit Budapest im Clinch - nicht so Parlamentspräsident Tajani: Der Berlusconi-Zögling will die Migration nach Europa eindämmen und "in die Grenze Ungarns investieren".

Ungarischer Grenzzaun (Archiv)
AFP

Ungarischer Grenzzaun (Archiv)


Antonio Tajani ist konservativer Politiker - und Nachfolger von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Amt des EU-Parlamentspräsidenten. Der Italiener setzt sich in dieser Position nun für mehr Hilfe der Europäischen Union beim Grenzschutz in Ungarn ein. Nur so sei es möglich, die Migration nach Europa einzudämmen.

"Ich bin dafür, in die Grenzen Ungarns zu investieren und diese Grenzen zu stärken, weil es hier um eine Außengrenze der Europäischen Union geht", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Im Gegenzug müsse Ungarn aber auch bereit sein, Flüchtlinge im Rahmen der beschlossenen Umverteilung innerhalb der EU aufzunehmen - was die Regierung von Viktor Orbán wiederholt abgelehnt hat.

Ungarns Abschottungspolitik ist stark in der Kritik. Ministerpräsident Orbán forderte zuletzt von der EU-Kommission, die Hälfte der Kosten in Höhe von 440 Millionen Euro für Bau und Betrieb des Grenzzauns zu übernehmen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lehnte dies ab.

"Wir müssen die Einwanderung auf der Balkanroute genauso wie die Einwanderung über das Mittelmeer stoppen", sagte Tajani. Seiner Meinung nach ist das nur mit mehr Grenzpolizisten zu schaffen. Er betrachtet die Migration als eines der wichtigsten Probleme der EU.

dop/dpa



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