Rettungsschiff "Aquarius" ist in Malta eingetroffen

Nach tagelanger Irrfahrt im Mittelmeer ist die "Aquarius" in den Hafen von Valetta eingelaufen. An Bord befinden sich 141 aus Seenot gerettete Menschen. Einige von ihnen sollen in Deutschland aufgenommen werden.

Flüchtlinge verlassen die "Aquarius"
REUTERS

Flüchtlinge verlassen die "Aquarius"


Mehrere Tage suchte die "Aquarius" vergeblich nach einem Hafen im Mittelmeer. Nun hat das Rettungsschiff in der maltesischen Hauptstadt Valetta angelegt. An Bord befanden sich 141 Flüchtlinge.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zeigte sich in einer Erklärung "erleichtert", dass ein sicherer Ort für die schutzbedürftigen Menschen gefunden wurde, die am Freitag auf dem Mittelmeer gerettet wurden. Am Dienstag hatten sich mehrere EU-Staaten zur Aufnahme eines Teils der Flüchtlinge bereit erklärt. Deutschland nimmt nach Angaben des Bundesinnenministeriums bis zu 50 Menschen auf.

Die Einigung von Deutschland und fünf weiteren EU-Staaten sah vor, dass die "Aquarius" zunächst in einen maltesischen Hafen einlaufen darf, danach sollen die Flüchtlinge in die anderen EU-Mitgliedstaaten gebracht werden. Sie stammen überwiegend aus den afrikanischen Staaten Somalia und Eritrea, deren Bürger in der Regel gute Chancen auf Asyl haben.

Trotz zunehmender Schwierigkeiten wollen die Betreiber der "Aquarius" weiterhin Migranten aus dem Mittelmeer retten. Die Geretteten hätten Vergewaltigung, Menschenhandel und Misshandlungen hinter sich, sagte der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Florian Westphal. Die Organisation betreibt die "Aquarius" gemeinsam mit SOS Méditerranée.

"Humanitäre Arbeit muss von Autoritäten, von Behörden unterstützt und ermöglicht werden", mahnte Westphal. Es entstehe der Verdacht, dass die Behörden versuchten, den Hilfsorganisationen Steine in den Weg zu legen. Man erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer einsetze, sagte Westphal. "Selbst wenn alle zivilen Seenotrettungsschiffe unterwegs sind, ertrinken leider immer noch viel zu viele Menschen."

asc/dpa/AFP



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