Flüchtlinge aus Burma Mehrere Rohingya bei Bootsunglück vor Bangladesch gestorben

Eine Gruppe Rohingya ist vor der Küste von Bangladesch auf der Flucht aus Burma ums Leben gekommen. Unter den Opfern des Bootsunglücks waren auch Kinder. Die Suche nach weiteren Vermissten dauert an.

Strand in Bangladesch
REUTERS

Strand in Bangladesch


Vor Bangladesch ist ein Boot mit einer Gruppe Rohingya gekentert. Mindestens zwölf Menschen der muslimischen Minderheit sind dabei ums Leben gekommen, unter den Opfern waren vor allem Frauen und Kinder. Sie waren auf der Flucht aus Burma und auf dem Weg nach Bangladesch. Zu dem Unglück kam es beim Übergang des Grenzflusses Naf in den Golf von Bengalen. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf einen Überlebenden, das Boot sei wegen schlechten Wetters gesunken.

Wie viele Personen genau sich an Bord des Boots befunden hatten, war nicht klar. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AP sprachen von bis zu 35 Menschen, die dpa von 50 und die AFP sogar von 100 Flüchtlingen. Etwa ein Dutzend Personen wurde bisher gerettet. Die Behörden suchen aktuell nach weiteren Überlebenden und weiteren Opfern.

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Mehr als 150 Rohingya-Flüchtlinge waren bereits in den vergangenen Wochen beim Versuch ertrunken, nach Bangladesch zu gelangen. Seit Ende August sind nach Uno-Angaben mehr als eine halbe Million Rohingya aus Burma in das überwiegend muslimische Nachbarland geflohen. Rund 100.000 weitere warten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration IOM auf eine Möglichkeit, ihnen zu folgen.

Nach Angriffen einer Rohingya-Miliz auf mehrere Polizei- und Armeeposten am 25. August hatte das Militär des mehrheitlich buddhistischen Burma begonnen, Angehörige der muslimischen Minderheit aus ihren Dörfern zu vertreiben. Menschenrechtler sprechen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Uno von einer "ethnischen Säuberung".

Die Rohingya aus Burma sind staatenlos, seit ihnen die damalige Militärjunta 1982 die Staatsangehörigkeit aberkannte. In Bangladesch leben die Flüchtlinge unter gesundheitlich prekären Bedingungen. Die De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hatte die Geschehnisse erst mit großer Verzögerung verurteilt. Aber auch jetzt ist die Lage der Rohingya noch äußerst brisant. Sie gehören zu den am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt.

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aev/Reuters/dpa/AFP/AP

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