Costa Rica und Nicaragua Flüchtlinge aus Kuba blockieren Grenzposten

Immer mehr Kubaner versuchen, über den Landweg in die USA zu flüchten. Doch an der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua ist Schluss: Seit Tagen sitzen dort mehrere Tausend Menschen fest - und wehren sich gegen ihre Situation.

Kubanische Flüchtlinge in Peñas Blancas: Schlange stehen fürs Essen
REUTERS

Kubanische Flüchtlinge in Peñas Blancas: Schlange stehen fürs Essen


Die Situation an der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua spitzt sich zu. Seit Tagen sitzen tausende Kubaner dort fest - sie sind auf der Flucht in die USA. Costa Rica hat ihnen die Weiterreise erlaubt, doch das Nachbarland Nicaragua lässt die Menschen nicht einreisen. Nun haben die Flüchtlinge einen wichtigen Grenzposten blockiert: Der internationale Verkehr in Peñas Blancas stehe still, teilte die nicaraguanische Regierung mit.

Nach Angaben beider Regierungen reihten sich Busse und Lastwagen in lange Schlangen. Sie konnten die Grenze nicht überqueren. Dies könne Auswirkungen auf den Handel in "der gesamten mittelamerikanischen Region" haben, erklärte die Regierung Nicaraguas. Costa Rica forderte ein Dringlichkeitstreffen der Außenminister der beteiligten Staaten - von Ecuador bis Mexiko.

Seit Wochen versuchen mehr Kubaner über den Landweg in die USA zu gelangen als sonst. Diese Route erscheint vielen Menschen auf der Flucht aussichtsreicher als der Seeweg, wo sie von der US-Küstenwache entdeckt und zurückgewiesen werden können. In Mexiko kamen in diesem Jahr bislang fünfmal mehr kubanische Flüchtlinge an als noch im Vorjahr.

Hintergrund ist offenbar die Annäherung zwischen Washington und Havanna. Die Kubaner befürchten, dass die Zeit zu Ende gehen könnte, in denen ihnen in den USA Asyl gewährt wird. Im Juli nahmen beide Länder nach einer jahrzehntelangen Eiszeit ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf. Diese sollen nun allmählich normalisiert werden.

Hinter dem Konflikt an der Grenze stecken aber auch alte politische Allianzen. Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega ist seit Jahrzehnten ein enger Verbündeter Kubas, Costa Rica stand in der Vergangenheit den USA näher. Zuletzt beschuldigte Nicaragua das Nachbarland, an der gemeinsamen Grenze eine "humanitäre Krise" zu verursachen.

brk/AFP/dpa



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