Bürgerkriegsopfer Deutschland gibt 2,3 Milliarden Euro für syrische Flüchtlinge

Nach Norwegen und Großbritannien hat nun auch die Bundesregierung bekannt gegeben, wie viel Geld sie für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge bereitstellen will. Die Summe ist für drei Jahre gedacht.

Syrische Flüchtlinge im Libanon: "Nie wieder so eine Situation"
DPA

Syrische Flüchtlinge im Libanon: "Nie wieder so eine Situation"


2,3 Milliarden Euro - so viel will Deutschland in den nächsten drei Jahren an internationale Hilfsorganisationen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge zahlen. Allein 2016 sollen 1,2 Milliarden Euro fließen. Das gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in London am Rande der Geberkonferenz für Not leidende Menschen in Syrien und den Nachbarregionen bekannt.

"Die Bundesregierung ist überzeugt, dass die große Bewegung von Flüchtlingen dadurch gelöst werden kann, dass wir vor Ort die Fluchtursachen bekämpfen", sagte Merkel. Die Konferenz in London sei ein wesentlicher Baustein dafür. "Wir wollen erreichen, dass nie wieder die Situation entsteht, dass die Lebensmittelrationen so stark gekürzt werden müssen für die Flüchtlinge."

Bei der Geberkonferenz soll ausreichend Geld für die Versorgung der geschätzt rund zehn Millionen Flüchtlinge in und um Syrien und den Irak gesammelt werden. Großbritannien und Norwegen hatten bereits umgerechnet etwa 2,6 Milliarden Euro bis 2020 zugesagt.

Versorgung vor Ort

Die Versorgung mit Nahrung, aber auch Schul- und Arbeitsangeboten für die syrischen und irakischen Flüchtlinge gilt als entscheidender Faktor. So soll eine weitere größere Fluchtbewegung aus der von Terror und Krieg gebeutelten Region Richtung Europa verhindert werden.

Merkel kündigte an, 200 Millionen Euro würden für die Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie die Berufsbildung von Erwachsenen und für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bereitgestellt.

An dem Treffen in London nehmen neben Dutzenden Staats- und Regierungschefs auch internationale Hilfsorganisationen teil. Auslöser für die gemeinsame Initiative ist die ernüchternde Bilanz des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und des Welternährungsprogramms WFP im Jahr 2015. Die Hilfsorganisationen mussten wegen Geldmangel die Lebensmittelrationen in den Flüchtlingslagern etwa in Libanon oder Jordanien drastisch kürzen. Dies gilt als ein Grund, warum 2015 mehr als eine Million Menschen über die Türkei in die EU kamen.

kev/AP/dpa/Reuters

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