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Reiche Golfstaaten: Flüchtlinge? Nicht willkommen.

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Unerreichbares Ziel für Flüchtlinge: Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten Zur Großansicht
REUTERS

Unerreichbares Ziel für Flüchtlinge: Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Golfstaaten gehören zu den reichsten Ländern der Welt, doch syrische Flüchtlinge nehmen sie nicht auf. Warum eigentlich?

Groß ist die Wut vieler Syrer auf die arabischen Golfstaaten. Schließlich gehören diese Länder, gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, zu den reichsten der Welt. Doch sie verschließen ihre Türen für syrische Flüchtlinge mit immer strengeren Einreiseregelungen.

"Es ist eine Schande, wie die Golfstaaten sich verhalten", klagen syrische Flüchtlinge. Sie empfinden die Ablehnung der Golfstaaten als besonders schmerzhaft, weil mehrere von ihnen ja zugleich syrische Rebellengruppen unterstützen. Auf Twitter zirkulierte vergangene Woche dieses arabische Hashtag: "Es ist eine Pflicht der Golfstaaten, die syrischen Flüchtlinge aufzunehmen."

Ein Überblick, was die reichen arabischen Golfstaaten - also Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Katar und Oman - bisher getan haben. Und was nicht.

  • Wie vielen Syrern haben die Golfstaaten Asyl gewährt? Es gibt keine Möglichkeit, als Flüchtling in die Golfstaaten einzureisen. Allein über das Umsiedlungsprogramm des Uno-Flüchtlingswerks lässt sich dort Asyl beantragen, doch haben die Golfstaaten seit Beginn des Konflikts in Syrien 2011 über diesen Weg lediglich 33 syrische Flüchtlinge aufgenommen.

  • Haben sie Syrer über andere Wege aufgenommen? Syrer können mithilfe von Arbeitsvisa oder Touristenvisa in die Golfstaaten einreisen, und Hunderttausende haben dies bereits getan. Allein nach Saudi-Arabien sind seit 2011 eine halbe Million Syrer als Gastarbeiter eingereist vor allem in den ersten Jahren des Konfliktes. Inzwischen machen es die Golfstaaten Syrern jedoch schwerer, solche Visa zu erhalten. Auch bekommen sie vor Ort keinerlei staatliche Unterstützung. Wie viele Syrer sich insgesamt in den Golfstaaten aufhalten, ist unbekannt. Viele sind beispielsweise mit einem Touristenvisum in die VAE gereist und bleiben nun illegal.

  • Was sagen Menschenrechtsorganisationen dazu? Amnesty International hat das Verhalten der Golfstaaten als "besonders beschämend" bezeichnet. "Sprachliche und religiöse Nähe sollten die Golfstaaten an die Spitze derjenigen Länder stellen, die den syrischen Flüchtlingen sichere Unterkunft anbieten."

  • Wie rechtfertigen die Golfstaaten ihre Politik? Ihre Regierungen sagen, dass die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen keine dauerhafte Lösung bietet. Dem Westen machen sie Vorwürfe, nicht mehr zu tun, um den Krieg in Syrien zu beenden.

  • Wovor haben die Golfstaaten Angst? Diese autoritär geführten Länder fürchten sich am meisten vor sozialen Unruhen, dass die Unzufriedenheit in ihrer eigenen Bevölkerung wachsen könnte. Sie wollen nicht riskieren, Ausländer auf unbestimmte Zeit aufzunehmen und für diese möglicherweise aufkommen zu müssen. Daher machen sie es für alle Ausländer schwierig, ohne ein bestehendes Arbeitsverhältnis im Land zu bleiben. Es ist auch nahezu unmöglich, die Staatsbürgerschaft zu bekommen. In den kleineren Golfstaaten wie Katar oder den VAE sind lediglich zehn Prozent der Bevölkerung Einheimische. 90 Prozent sind Ausländer, die als Gastarbeiter vorübergehend im Land sind.

  • Tun die Golfstaaten überhaupt etwas für die syrischen Flüchtlinge? Die Regierungen überweisen jedes Jahr Millionen an das Uno-Flüchtlingswerk. Doch dies tun auch die meisten europäischen Länder. Lediglich Kuwait tut sich besonders hervor: Das Land ist 2015 der drittwichtigste Spender nach den USA und Japan.

  • Hilft die Zivilgesellschaft? Menschen aus den Golfstaaten gehören zu den großzügigsten Spendern für die syrischen Flüchtlinge. Jedes Jahr spenden sie Hunderttausende Dollar allein an das Uno-Flüchtlingswerk. Einige Spenden aus dem Golf werden jedoch als problematisch angesehen: Sie fließen vor allem an konservative islamische Hilfsorganisationen, die sich ausschließlich um sunnitische Syrer kümmern und diesen nicht nur Essen liefern, sondern ihre erzkonservative Islam-Interpretation mit dazu. Manche Einzelpersonen aus den Golfstaaten haben mit Millionenspenden auch radikalislamistische Gruppen in Syrien unterstützt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 105 Beiträge
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1.
Lairdhunt 08.09.2015
Unsere Kanzlerin könnte Druck auf die Golfstaaten ausüben, damit diese mehr Flüchtlinge aufnehmen. Schliesslich ist DE ein grosser Kunde der Emirate ( Öl,Tourismus), ich bin überzeugt, das würde zu Ergebnissen führen. Ich wünsche mir in den Golfstaaten die gleiche Willkommenskultur wie in DE.
2.
arrache-coeur 08.09.2015
"Die Golfstaaten gehören zu den reichsten Ländern der Welt, doch syrische Flüchtlinge nehmen sie nicht auf. Warum eigentlich?" - Was für eine merkwürdige Frage! Einige der Golfstaaten sind mitschuld an der syrischen Flüchtlingskatastrophe. Speziell Katar und Saudi-Arabien sind äusserst aktiv in ihrer Mithilfe zur Zerstörung Syriens. Daher ist es kein Wunder, dass Syrer nicht unbedingt dorthin wollen. Wobei auch die Türkei eine eher unrühmliche Rolle in diesem Drama spielt.
3. Was sagt Merkel dazu? Mal lieber abwarten?
Mister Stone 08.09.2015
Was die Menschenrechtler dazu sagen, ist nicht so wichtig. Das wissen wir. Fragen Sie lieber: Was sagen Merkel und Gabriel dazu? Oder wollen die lieber gar nichts sagen, weil sie lieber die Rüstungsindustrie hofieren, die den Golfstaaten für viele Milliarden Euro Kriegsmaschinen verkaufen möchte? Ist es das? Warum schreit die globale Finanzelite nicht auf und zeigt mit dem Finger auf die Golfstaaten? Wo ist Europa, und wo ist die Weltgemeinschaft, wenn es gilt, die Golfstaaten in die Pflicht zu nehmen? Warum gibt es keine scharfen empfindlichen Sanktionen gegen die Golfstaaten? Warum hält unsere Regierung die Klappe? Nicht mal eine Protestnote gibt es. Aber milliardenschwere Geschäfte mit den superreichen Golfis, die laufen wie geschmiert. Und wer profitiert davon? Nein, nicht die Menschen in Deutschland, sondern die Finanzelite, die Spekulanten und Großaktionäre, die profitieren!
4. Willkommen im Wahnsinn
sevastianos 08.09.2015
Während der Westen unter der Führung der Amerikaner-Engländer , stetig Regionen weltweit destabilisieren um den Menschen Demokratie,Friede und Wohlstand zu ermöglichen , zahlen wir die Zehe ! Afghanistan, Pakistan, Jemen, Syrien, Libyen, Ägypten, Sudan, Irak...und jetzt haben wir den IS an der Backe !Wo in diesen Länder bitte schön herrscht Frieden ? Wo den Wohlstand ? Stattdessen wollen die Menschen ihre Länder verlassen und in Europa ein besseres Leben aufbauen, zurecht. Und die moralischen Brandstifter und Anstifter, was ist mit denen ? Die bauen noch höhere Mauern, stärkeren Stacheldraht und wollen dieses Problem gar als " deutsches Problem " abkanzeln ! Ja, es ist der ganz normale Wahnsinn auf unsere Kosten und Wertvorstellungen ! Ich kann nur hoffen dass die deutschen Politiker diesen " Typen " einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpassen...
5. Flüchtling in so zerbrechlichen....
joG 08.09.2015
....Staaten reinzunehmen wäre Irrsinn. Wir wissen ja nicht einmal ob wir mit all der Dauerberieselung und den Begrüßungskommittes es bei uns schaukeln können ohne Unruhen.
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