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Asylbewerber aus Syrien: Slowakei lehnt muslimische Flüchtlinge ab

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AFP

Geflüchtete Syrerin in Griechenland: Die Slowakei würde sie nicht aufnehmen

Die Slowakei hat sich zur Aufnahme von 200 Kriegsflüchtlingen aus Syrien verpflichtet. Doch der EU-Staat will ausschließlich Christen ins Land lassen. Eine Diskriminierung von Muslimen will der Innenminister darin nicht erkennen.

Die EU-Staaten haben sich auf die Umverteilung von 40.000 Flüchtlingen geeinigt, die derzeit in Italien und Griechenland leben. Die Slowakei hat sich nach diesem Plan zur Aufnahme von 200 syrischen Kriegsflüchtlingen bereit erklärt. Das ist nicht viel, selbst für ein Land mit nur 5,5 Millionen Einwohnern.

Und nun stellt die Regierung in Bratislava weitere Bedingungen: Die Slowakei will ausschließlich syrische Christen aufnehmen. "Wir könnten 800 Muslime aufnehmen, aber wir haben in der Slowakei überhaupt keine Moscheen", sagte Ivan Metik, Sprecher des Innenministeriums, der BBC. "Es würde ihnen hier nicht gefallen."

Die Regierung bestritt, dass ihre Entscheidung Muslime diskriminiere. "Wir sind doch eh nur ein Transitland. Die Leute wollen nicht in der Slowakei bleiben", sagte Metik.

Eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel betonte, dass den Mitgliedstaaten jede Form der Diskriminierung verboten sei. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte die EU-Staaten auf, Flüchtlinge ohne Ansehen ihrer Religionszugehörigkeit aufzunehmen.

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit insgesamt bis zu 800.000 Asylbewerbern - fast doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 1992, als 440.000 Asylanträge gestellt wurden. "Das ist eine Herausforderung für uns alle", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Vorstellung der aktuellen Flüchtlingsprognose. Doch: "Überfordert ist Deutschland mit dieser Entwicklung nicht." Das Land müsse sich für einige Jahre auf hohe Flüchtlingszahlen einstellen.

syd

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