Flüchtlinge im Mittelmeer Baby auf deutschem Rettungsschiff geboren

Um 4.15 Uhr war Sophia da: Eine Frau aus Somalia hat während einer Rettungsaktion der Marine ein Mädchen zur Welt gebracht. Es ist die erste Geburt an Bord eines Schiffs der Bundeswehr.

Bundeswehr/San SLH

Eine Frau aus Somalia hat am Montagmorgen auf der Fregatte "Schleswig-Holstein", die im Mittelmeer im Einsatz ist, ein gesundes Mädchen geboren. Damit ist zum ersten Mal auf einem deutschen Bundeswehrschiff ein Baby zur Welt gekommen, wie die Marine vermeldet.

Mehr als 4000 Menschen waren am Wochenende im Mittelmeer gerettet worden. Am Sonntag hatte die "Schleswig-Holstein" 453 Menschen von einem britischen Marineschiff übernommen.

Die Mutter des Mädchens stamme aus Mogadischu und sei alleine unterwegs gewesen, heißt es in der Bundeswehr-Mitteilung. Stabsarzt Marius S. und Obermaat Charlie M. halfen demnach bei der Entbindung, und so kam die kleine Sophia um 4.15 Uhr zur Welt. Das Mädchen ist den Angaben zufolge 49 Zentimeter groß und wiegt 3000 Gramm. Die Geburt sei "reibungslos und schnell" verlaufen.

Die 33-jährige Mutter war demnach fünf Monate auf der Flucht. Sie ist geschwächt und wird nach der Ankunft der Fregatte in Italien in einem Krankenhaus weiter behandelt werden.

Seit Anfang Mai ist die Bundeswehr im Mittelmeer im Einsatz. Die Soldaten retteten bisher 7263 Menschen aus Seenot, darunter 1265 Frauen und 476 Kinder.

kry/AFP

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