Mit dem Frachtschiff nach England Bundespolizei schließt Cuxhaven-Route für Flüchtlinge

Sie versuchten, als blinde Passagiere nach England zu gelangen: Die Bundespolizei hat im Hafen von Cuxhaven Dutzende Migranten gestoppt.

Hafen von Cuxhaven
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Hafen von Cuxhaven


Sicherheitskräfte haben in Cuxhaven in den vergangenen Monaten wiederholt Migranten gefasst, die illegal auf Schiffen über die Nordsee nach England gelangen wollten. Die Bundespolizei beobachte das Phänomen schon seit Herbst, berichten die "Cuxhavener Nachrichten".

"Meine Kollegen haben inzwischen mehrere Dutzend Personen auf dem Cuxport-Gelände aufgegriffen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Bremen der Zeitung. Polizei und Hafenbetreiber hätten die Sicherheitsvorkehrungen deswegen massiv verstärkt.

Nach Angaben des Polizeisprechers waren es bislang junge Männer aus Albanien und dem Kosovo, die im Schutz der Dämmerung die Zäune des Hafengeländes überwinden. Sie hätten es auf Lastwagen abgesehen, die auf Schiffe nach England verladen werden. Zwischen Cuxhaven und Großbritannien verkehren regelmäßig Frachtschiffe. Die Flüchtlinge schlitzten demnach die Planen der Laster auf und versteckten sich auf der Ladefläche.

Insgesamt habe es bislang 32 Fälle mit rund 60 Personen gegeben, die von den Sicherheitsmitarbeitern des Hafens und der Bundes- oder Landespolizei festgenommen werden konnten, sagte der Sprecher SPIEGEL ONLINE. In den vergangenen drei Wochen habe die Häufigkeit zugenommen. Auch im Hafen von Bremerhaven hätten es Migranten versucht, einige seien an beiden Orten aufgegriffen worden.

Zuletzt waren am 16. Mai drei Männer nach ihrer Ankunft im englischen Immingham aus einem Trailer geholt und nach Deutschland zurückgebracht worden. Die drei waren vier Tage zuvor in Cuxhaven an Bord gelangt. Zwei von ihnen haben in Nordrhein-Westfalen Asyl beantragt, bei dem dritten Mann sei der Status unklar.

Der Polizeisprecher geht davon aus, dass es den Sicherheitsdiensten inzwischen gelinge, den Großteil der illegal Reisenden in Cuxhaven zu fassen.

cht/dpa



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