Überblick Das sind die aktuellen Brennpunkte der Flüchtlingskrise

100.000 Kriegsflüchtlinge harren an der syrisch-türkischen Grenze aus, 200.000 Migranten warten in Libyen auf ihre Überfahrt nach Europa. Das sind nur zwei der aktuellen Brennpunkte der Flüchtlingskrise.

Flüchtlinge in Idomeni: griechische Polizei räumt Grenzübergang
REUTERS

Flüchtlinge in Idomeni: griechische Polizei räumt Grenzübergang


Der Krieg in Syrien, der Vormarsch der Taliban in Afghanistan, wirtschaftliche Not in vielen afrikanischen Staaten. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ein Überblick über die aktuellen Brennpunkte der Flüchtlingskrise.

  • Türkisch-syrische Grenze:

Flüchtlinge an der türkisch-syrischen Grenze: Erdogan fordert Schutzzone
DPA

Flüchtlinge an der türkisch-syrischen Grenze: Erdogan fordert Schutzzone

Knapp 100.000 Menschen hängen nach Angaben der Vereinten Nationen auf der syrischen Seite des Grenzübergangs Bab al-Salama - Oncupinar fest. Sie flüchteten vor den Bombenangriffen und Gefechten rund um die einstige Millionenmetropole Aleppo. Türkische Hilfsorganisationen versorgen die Flüchtlinge.

Der stellvertretende Uno-Generalsekretär Jan Eliasson hat die Regierung in Ankara gebeten, die Grenze zu öffnen. Staatschef Recep Tayyip Erdogan lehnt das bislang ab. Er spricht sich für die Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien aus, in der die Flüchtlinge vor Angriffen geschützt und von Hilfsorganisationen versorgt werden sollten. Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt diesen Plan. Die syrische Regierung und ihre Schutzmacht in Moskau lehnen eine solche Schutzzone bislang aber vehement ab.

  • Griechisch-mazedonische Grenze

Afghanen in Idomeni: Mazedonien hat die Grenze geschlossen
AFP

Afghanen in Idomeni: Mazedonien hat die Grenze geschlossen

Der Übergang Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien ist ein Nadelöhr auf der Balkanroute nach Mitteleuropa. Seit dem Wochenende lassen die mazedonischen Behörden nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak ins Land. Deshalb versuchten Hunderte afghanische Flüchtlinge den Eisenbahngrenzübergang Idomeni-Gevgelija zu stürmen. Daraufhin riegelte die Regierung in Skopje die Grenze an dieser Stelle komplett ab.

Video: Lager an Grenze in Idomeni wird geräumt

Insgesamt sitzen rund 5000 Migranten aus anderen Staaten an dem Grenzübergang fest - jetzt hat die griechische Polizei damit begonnen, das provisorische Flüchtlingslager in Idomeni zu räumen. Die Flüchtlinge sollen in ein neues Auffanglager im rund 80 Kilometer entfernten Thessaloniki gebracht werden.

  • Libysche Mittelmeerküste

Afrikanische Migranten in Libyen: Schleuser warten auf gutes Wetter
AFP

Afrikanische Migranten in Libyen: Schleuser warten auf gutes Wetter

200.000 bis 250.000 Flüchtlinge warten nach Schätzungen der Vereinten Nationen in Libyen auf ihre Überfahrt nach Europa. Täglich werden es mehr: Weil entlang der Balkanroute immer mehr Staaten Grenzzäune errichten, wird die riskante Überfahrt von Libyen über das Mittelmeer nach Lampedusa oder auf andere Inseln wieder beliebter.

Noch warten die meisten Schleuser wegen der stürmischen See, doch im Frühjahr dürften sich täglich wieder Hunderte Menschen in wackligen Holzbooten auf den Weg nach Europa machen.

Seit Juni 2015 machen Militärschiffe mehrerer EU-Staaten vor der libyschen Küste Jagd auf Menschenschmuggler. Die Bundeswehr ist mit zwei Schiffen an der Mission beteiligt. Die Schiffe der EU-Mission haben seither Tausende Flüchtlinge an Bord genommen.

  • Calais

Dschungel in Calais: französische Behörden wollen räumen
AFP

Dschungel in Calais: französische Behörden wollen räumen

Mehrere Tausend Menschen leben im sogenannten Dschungel von Calais. In der Nähe des Eurotunnels warten sie auf die Gelegenheit, nach Großbritannien zu gelangen. Die Zustände in dem provisorischen Lager, das aus selbst gebauten Zelten und Hütten besteht, sind verheerend.

Die französische Regierung will zumindest den südlichen Teil des Dschungels räumen. Die Bewohner sollen das Gebiet bis Dienstagabend um 19 Uhr verlassen, andernfalls drohe die zwangsweise Räumung. Laut Behörden wären davon knapp tausend Menschen betroffen, Hilfsorganisationen vor Ort sprechen von mehr als 3000 Bewohnern - unter ihnen seien 300 Minderjährige ohne elterliche Begleitung.

Brennpunkte der Flüchtlingskrise

syd/AFP/Reuters/dpa

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