Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Flüchtlingskrise: Deutsche Beamte sollen Asylanträge in Griechenland bearbeiten

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze Zur Großansicht
DPA

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze

Die Beschlüsse des Flüchtlingsgipfels sollen rasch umgesetzt werden. Laut einem Bericht will Deutschland rund 100 Asylbeamte nach Griechenland schicken, um die Abschiebung von Migranten in die Türkei zu beschleunigen.

Deutschland und Frankreich wollen zusammen 400 Polizeibeamte und 200 Asylfachleute auf griechische Inseln entsenden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") unter Berufung auf einen gemeinsamen Brief der Innenminister beider Staaten.

In dem Brief an die EU-Kommission verpflichten sich Thomas de Maizière und sein französischer Kollege Bernard Cazeneuve, jeweils bis zu 200 Polizeibeamte an die EU-Grenzschutzbehörde Frontex abzustellen; sie sollen bei der Rückführung irregulärer Migranten helfen.

Außerdem bieten die Minister jeweils 100 Asylfachleute an, die bei der Berabeitung von Anträgen helfen. In Deutschland sollen diese aus dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt werden.

Das deutsch-französische Angebot deckt etwa ein Viertel des Bedarfs, den die EU-Kommission errechnet hat, um die beschleunigte Rückführung von Migranten in die Türkei umzusetzen.

Mehr als 4000 Beamte sollen helfen

"Dies ist angesichts der aktuellen Lage in Griechenland geboten und ein besonderer Ausdruck der europäischen Solidarität", schreiben die beiden Minister zu ihrem Angebot. Sie äußern die Hoffnung, "dass sich viele Mitgliedstaaten unserem Beispiel anschließen werden".

Beide weisen darauf hin, dass sie auch bei der Versorgung von Flüchtlingen in Griechenland helfen. So hat Deutschland Hochleistungspumpen für die Trinkwasserversorgung von Flüchtlingen bereitgestellt.

Die EU-Kommission will in den kommenden beiden Wochen mehr als 4000 Beamte aus Griechenland, den Mitgliedstaaten und EU-Behörden mobilisieren, um die Vereinbarungen mit der Türkei umzusetzen. Die Mitgliedstaaten sollen 2400 Beamte abstellen, berichtet die "FAS" unter Berufung auf ein Planungsdokument der Kommission.

Die EU und die türkische Regierung hatten sich am Freitag auf einen Deal geeinigt: Jeder Flüchtling, der ab Sonntag auf den griechischen Inseln ankommt, muss damit rechnen, in die Türkei zurückgebracht zu werden. Für jeden Syrer, der darunter ist, werden die Europäer im Gegenzug einen syrischen Flüchtling direkt aus der Türkei aufnehmen. Bis 2018 dürfte die Türkei für die Rücknahme der Flüchtlinge zudem bis zu sechs Milliarden Euro erhalten.

ssu

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Maximilian Popp (Hrsg.):
    Tödliche Grenzen

    Die Krise der europäischen Flüchtlingspolitik.

    SPIEGEL E-Book; 2,99 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: