EU Finnlands Premier will Flüchtlinge im eigenen Haus unterbringen

Finnlands Premierminister will mit einem guten Beispiel vorangehen: Der Regierungschef plant, Flüchtlinge in seinem eigenen Haus unterzubringen. Allerdings erst ab dem kommenden Jahr.

Finnischer Premier Sipilä: "Sollten alle in den Spiegel gucken"
AP/dpa

Finnischer Premier Sipilä: "Sollten alle in den Spiegel gucken"


Der finnische Premierminister Juha Sipilä will Flüchtlinge in seinem eigenen Haus unterbringen. Diesen Plan gab der 55-Jährige am Samstag bekannt. "Wir sollten alle in den Spiegel gucken und uns fragen, wie wir helfen können", sagte Sipilä dem nationalen TV-Sender YLE.

Konkret geht es um sein Haus in der Gemeinde Kempele im Norden Finnlands. Dort wolle er ab dem kommenden Jahr Flüchtlinge beherbergen.

Das Gebäude werde zurzeit nur wenig genutzt, sagte Sipilä, der sich die meiste Zeit in der finnischen Hauptstadt Helsinki aufhält. Dort ist der Regierungssitz. Sipilä ist seit Mai dieses Jahres Ministerpräsident Finnlands.

Die liberale Partei von Premier Sipilä stellt gemeinsam mit dem Koalitionspartner, der rechtspopulistischen Partei "Die Finnen", die Regierung. In seinem Statement bekräftigte Sipilä noch einmal seine Position, dass die Verteilungspläne der EU auf freiwilliger Basis durchgeführt werden sollten.

Seit Wochen streiten die EU-Mitglieder über eine verbindliche Quotenregelung für Flüchtlinge in Europa, derzeit tagen die Außenminister in Luxemburg, doch auch hier ist keine Einigung in Sicht. Der Ruf nach einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs zur Flüchtlingskrise wird deshalb immer lauter.

In Finnland gab es im vergangenen Jahr lediglich 3620 Asylanträge. Zum Vergleich: Nachbar Schweden hatte es im selben Zeitraum mit mehr als 80.000 Anträgen zu tun. In diesem Jahr rechnet die finnische Regierung mit insgesamt 30.000 Flüchtlingen.

bka/Reuters



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