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Frankreichs Premier Valls zur Flüchtlingskrise: "Wir müssen Deutschland helfen"

Regierungschefs Valls und Merkel: "Deutschland steht vor einer großen Herausforderung" Zur Großansicht
AP

Regierungschefs Valls und Merkel: "Deutschland steht vor einer großen Herausforderung"

Frankreichs Regierungschef Manuel Valls kritisiert die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel - und fordert von den EU-Partnern mehr Unterstützung für Deutschland.

Die Flüchtlingskrise gefährdet nach Ansicht des französischen Premierministers Manuel Valls den Zusammenhalt der Europäischen Union. "Wenn Europa seine eigenen Grenzen nicht schützen kann, steht die europäische Idee ganz grundsätzlich in Frage", sagte der Regierungschef der BBC am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Valls gab Bundeskanzlerin Angela Merkel indirekt eine Mitschuld an der Krise. Zwar lobte er einerseits den Mut der CDU-Chefin, sagte aber auch: "Eine Botschaft, die lautet: 'Kommt, ihr werdet willkommen geheißen', provoziert erhebliche Umwälzungen." Offensichtlich bezog sich diese Äußerung auf Merkels Zusage vom vergangenen Sommer, als die Kanzlerin Tausende Flüchtlinge nach Deutschland ließ, die in Ungarn festsaßen. "Wir können nicht sagen, dass alle Flüchtlinge in Europa aufgenommen werden", betonte Valls.

Frankreichs Premier erkannte an, dass die Bundesrepublik die Hauptlast der Flüchtlingskrise trägt. "Deutschland steht vor einer großen Herausforderung. Wir müssen Deutschland helfen", sagte Valls. Das hätten nicht zuletzt die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht gezeigt.

Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte zuvor Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine schnelle Einigung innerhalb der EU angemahnt. "Die Zeit für Lösungen läuft uns weg", mahnte der CDU-Politiker in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE.

syd/Reuters

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