Flüchtlinge Frontex-Chef warnt vor neuer Hauptroute nach Europa

Der Direktor der europäischen Grenzschutzagentur Frontex hat laut einem Zeitungsbericht vor einer neuen Fluchtroute gewarnt. Seine größte Sorge sei derzeit Spanien.

Frontex-Direktor Fabrice Leggeri
AP

Frontex-Direktor Fabrice Leggeri


Migranten aus Afrika suchen offenbar neue Wege nach Europa. Der Direktor der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, warnte vor einer neuen Hauptroute in die EU. "Wenn Sie mich fragen, was meine größte Sorge derzeit ist: Dann sage ich Spanien", sagte er der "Welt am Sonntag".

Migranten im Transitland Niger entscheiden sich laut dem Bericht nun für einen anderen Weg: Statt über Libyen zu fliehen, wählten sie demnach die Route über Marokko nach Spanien.

Im Juni habe man im westlichen Mittelmeer etwa 6000 irreguläre Grenzübertritte aus Afrika nach Spanien gezählt. "Wenn die Zahlen dort so steigen wie zuletzt, wird sich dieser Weg zum wichtigsten entwickeln", sagte Leggeri. Bei etwa der Hälfte dieser Menschen handele es sich um Marokkaner, die anderen stammten aus Westafrika.

Leggeri sprach sich dafür aus, die Pläne für internationale Unterkünfte in Afrika voranzutreiben, damit niemand mehr davon ausgehen könne, dass er nach seiner Rettung nach Europa gebracht werde. "Wenn es diesen Automatismus nicht mehr gibt, können wir das kriminelle Geschäftsmodell erfolgreich bekämpfen."

Nordafrika ist dagegen

Die Europäische Union hatte sich bei dem Gipfeltreffen vergangene Woche unter dem Eindruck der deutschen Regierungskrise auf eine Verschärfung ihrer Asylpolitik geeinigt. Die Grenzschutzagentur Frontex soll schon bis 2020 verstärkt, die EU-Außengrenzen sollen stärker abgeriegelt werden. Künftig können demnach gerettete Bootsflüchtlinge in zentralen Sammellagern in der EU untergebracht werden.

Ähnliche Lager in Nordafrika werden geprüft. Doch einige Länder in der Region sind gegen diese Idee (lesen Sie hier mehr dazu).

jpz/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.